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Ich hatte den mehrfach ausgezeichneten Gabor Vosteen zum ersten Mal auf dem Blauen Montag im Jahr 2016 kennen gelernt. Dort spielte er fünf Blockflöten gleichzeitig und überzeugte nicht nur musikalisch, sondern auch mit seinem komödiantischen Talent, das uns an Charlie Chaplin erinnert hatte. 

Jetzt tritt der Ausnahmekünstler, der sich selbst als Blockflötennerd bezeichnet, mit seiner Solo-Show „The Fluteman Show“ in dem Pfefferberg Theater, einem meiner Lieblingstheater in Berlin, auf und wir besuchten am Freitag, den 20. April 2018, die Show. 

Wer dachte, dass Blockflötenmusik langweilig ist, den überzeugte der mit roten Flügeln auf die Bühne kommende Musiker vom Gegenteil. In seinem einstündigen Bühnenprogramm strapazierte Vosteen die Lachmuskeln der Zuschauer bis zum Äußersten und das obwohl er fast das ganze Programm nicht sprach. Seine Verkleidung, mal als Rockstar der 80-er Jahre und mal als Indianer mit Blockflötenkopfschmuck, und seine Slapstick-Tanzeinlagen sorgten für viele Lacher an diesem Abend. Und auch musikalisch überzeugte Vosteen auf ganzer Linie, indem er Blockflöte mit allen möglichen Körperöffnungen spielte. Sein Spiel mit fünf Blockflöten gleichzeitig, sein musikalisches Markenzeichen, gehörte auch in dieser Show zu seinem Repertoire. 

Mein Fazit: Wer über eine Stunde lang von einer einzigartigen Show gut unterhalten werden will, der ist hier genau richtig. In Gabor Vosteens Solo-Show, einer perfekten Symbiose aus Musik und Komik, lauscht man nicht nur guter Blockflötenmusik, sondern kommt aus dem Lachen kaum raus. Heute, am Sonntag, den 22.April 2018, könnt Ihr Euch selbst davon um 16 Uhr im Pfefferberg Theater überzeugen. 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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Seit ich im Jahr 2015 die australische Akrobatikshow „Wunderkammer“ im Chamäleon Theater gesehen hatte, bin ich ein sehr großer Fan des Chamäleon Theaters und der dort stattfindenden internationalen Produktionen geworden, die alle auf ihre Art und Weise einzigartig sind und sich in ihrer Charakteristik voneinander komplett unterscheiden und so immer wieder aufs Neue meine Liebe zum Neuen Zirkus entfachen. 

Am Samstag, den 24. März 2018, besuchten wir das neue Showfeuerwerk des Chamäleon Theaters: die Produktion „Finale“ der Berliner Artistentruppe Analog, die von Florian Zumkehr im Jahr 2013 gegründet wurde. Unterstützt wurde dieses Programm von Cirk La Putyka aus Tschechen, dessen Show „Roots“ ich im Jahr 2016 im Chamäleon Theater bewundern durfte. 

Das „Finale“ fand auf einer mit Pappkartons und Büchern vollgestellten Bühne, auf der uns acht leidenschaftliche Künstler auf eine ausgelassene Feier mitgenommen haben. Die Stimmung der Show erinnerte mich an eine Abschlussfeier von acht jungen Menschen, die zugleich gute Freunde sind und zusammen noch einmal die Party ihres Lebens feiern möchten, gemeinsam mit dem Publikum. Und wie es sich für eine gute Abschlussfeier gehört, wurde zusammen viel gelacht, getrunken und fröhlich gefeiert. Aber es gab auch ruhige und melancholische Momente, in denen jeder träumen konnte. 

Der Gastgeber dieser lebensfrohen Feier war Florian Zumkehr, der vielen Kulturinteressierten bereits aus anderen Shows bekannt sein dürfte. Auch in dieser Show überzeugte uns der kreative Kopf des Programms mit seiner Handstandsperformance auf einem großen Bücherstapel und seinem Gitarrenspiel. 

Wie auf jeder Party gab es auch hier eine interessante Persönlichkeit, die das Ziel hatte, seine Mitmenschen zum Lachen zu bringen. Und dies gelang Richie Maguire, einem großen Jean Claude van Damme-Fan, das ganze Programm lang. Allerdings kann Maguire viel mehr, als das Publikum mit seinem komödiantischen Talent zu unterhalten. Auch akrobatisch hat der Künstler viel drauf, was er mit seinem Spagat zwischen den höchsten Regalen - ganz im Stile seines Idols Jean Claude van Damme - unter Beweis stellte. 

Die zauberhafte Manda Rydman zeigte uns am Luftring und am Vertikalseil, wie man Anmut mit Kraftleistung kombinieren kann. Einige Male hielten die Zuschauer den Atem an. 
Der charmante Ole Lehmkuhl sorgte mit seiner Cyr Wheel-Nummer dafür, dass ich mich vollkommen entspannen und verträumt seinem Programm folgen konnte. 
Carlos Zaspel, dessen Fröhlichkeit in der Show auch auf die Zuschauer überging, begeisterte uns mit seinen Salti am Chinese Pole, um einen beweglichen Spinning Pole erweitert. Es war faszinierend zu sehen, wie ein Artist ein körperlich anspruchsvolles Programm so leicht aussehen lassen konnte. 

Beim Thema „Jonglage“ bin ich in letzter Zeit skeptisch geworden, schließlich dachte ich bis jetzt, hier nicht mehr überrascht werden zu können. Doch zum Glück wurde ich von dem temperamentvollen Bertan Canbeldek eines Besseren belehrt. Nach einem modernen Tanz in der ersten Showhälfte zeigte uns der Künstler in der zweiten Hälfte der Show, wie man Jonglage modern und spritzig interpretieren kann: Die Bälle während der Jonglage hinterließen Leuchtspuren zu bebenden Schlagzeug-Drums, ein beeindruckender audio-visueller Effekt. 

Die Schlagzeugbeats kamen vom Drummer Lukas Thielecke, der gemeinsam mit der Sängerin Ena Wild, mit der er zusammen den größten Teil der Lieder komponiert hatte, für die musikalische Unterhaltung des Abends sorgte. Die urbane Undergroundmusik passte nicht nur perfekt zu der modernen und unbändigen Show „Finale“, sie hat uns auch die ganze Zeit mitgerissen. Das lag nicht nur an der wundervollen, vielleicht auch der besten Musik im Chamäleon Theater, sondern auch an den heißblütigen Persönlichkeiten der beiden Musiker Ena Wild und Lukas Thielecke, die das Publikum in ihren Bann zogen. 

Mein Fazit: Das Chamäleon Theater präsentiert mit Analogs „Finale“ eine energiegeladene, lustige und originelle Show, die das Publikum jede Minute gefesselt hat. Am Ende war ich sehr traurig, dass diese lebenslustige Feier schon zu Ende war. 
Mit „Finale“ gelingt Zumkehr eine perfekte Symbiose aus den drei gleichwertigen Showelementen Akrobatik, Tanz und Musik, die Ihr noch bis zum 19. August 2018 im Chamäleon Theater erleben könnt. 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
Kritik zu: Madama Butterfly
Mit 16 Jahren habe ich Giacomo Puccinis (1858-1924) Oper „Madama Butterfly“ mit meinen Eltern in Verona erleben dürfen. Schon damals hat mich die Tragödie in drei Akten nach „Madam Butterfly“ von David Belasco fasziniert und aufgrund der tragischen Liebe eines jungen Mädchens erschüttert.
Jetzt als Frau musste ich diese Oper noch einmal sehen und überprüfen, ob ich diesen Schmerz genauso nachempfinden kann wie damals mit 16 Jahren. Am Samstag, den 10. März 2018, hatte ich dazu in der Deutschen Oper Berlin die Gelegenheit.

Die weltbekannte Oper wurde in einem ausverkauften Saal in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln gesungen. Carlo Rizzi, der zu den führenden Dirigenten weltweit zählt, übernahm die musikalische Leitung.

Doch zuerst zu der Handlung, die mich auch noch fast zehn Jahre danach in ihren Bann zieht: Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton heiratet in Japan die junge Geisha Cio-Cio-San, die er liebevoll Butterfly nennt. Butterfly empfindet eine echte und tiefe Liebe für den Amerikaner und nimmt deswegen seinen Glauben an, woraufhin sie von ihrer Familie verstoßen wird.
Doch Pinkerton freut sich schon auf den Tag, wenn er eine Amerikanerin in den USA heiraten wird. Nach den Flitterwochen geht Pinkerton in die USA. Butterfly wartet drei Jahre auf ihn, ohne eine Nachricht von ihm zu erhalten. Die Heiratsanträge der anderen Männer lehnt sie ab. Schließlich kommt Pinkerton eines Tages zurück. Doch kommt er nicht allein, sondern mit seiner amerikanischen Ehefrau, mit der er Butterfly den gemeinsamen Sohn wegnehmen will, um ihn mit seiner neuen Ehefrau gemeinsam in den USA groß zu ziehen. Die verzweifelte Butterfly sieht nur einen Ausweg: Sie bringt sich mit einem Dolch ihres Vaters selbst um.

Maria José Siri spielt die wunderschöne und gleichzeitig zerbrechliche Butterfly. Für ihre Liebe zum Amerikaner Pinkerton ist sie bereit, alles zu opfern. Sie nimmt seinen Glauben an, weswegen sich ihre Familie von ihr lossagt. Drei Jahre lang bleibt sie ihrem Pinkerton treu ergeben. Obwohl sie nahe der Armut lebt, keinen außer ihrem Sohn und ihrer loyalen Dienerin Suzuki hat, lehnt sie den Heiratsantrag des Fürstes Yamadori ab. Als verlassene Ehefrau kann sich nicht mehr den Beruf der Geisha ausüben. Bis zuletzt glaubt sie an die Rückkehr ihres geliebten Mannes. Am Ende sieht die enttäuschte und verzweifelte Cio-Cio-San keinen anderen Ausweg als den Freitod. Auf dem Dolch, mit dem sie sich selbst das Leben nimmt, steht: „In Ehren sterbe, wer nicht in Ehren leben kann.“

Ich konnte über zwei Stunden lang mit Siri mitfühlen und alle Gefühle nachempfinden: Zuerst ein naives Mädchen, das noch an die große und wahre Gefühle glaubt wird sie zu einer starken Frau, die auf die Rückkehr ihrer großen Liebe hofft, allen Widerständen trotzt und deswegen drei Jahre lang treu bleibt. Am Ende konnte ich und zahlreiche Frauen im Publikum Maria José Siri ihre ausweglose Verzweiflung und die Enttäuschung darüber, dass sich nicht genauso geliebt wurde, abnehmen und vergossen deswegen viele Tränen.
Eine sehr überzeugende Darstellung der Maria José Siri, die zudem über eine sehr kraftvolle Stimme verfügt! Zurecht wurde diese Leistung am Ende mit einem tosenden Applaus gewürdigt.

Piero Pretti stellt die Rolle des arroganten Pinkerton überzeugend dar. Obwohl er am Anfang gewarnt wird, dass die Liebe seiner Geisha ernst sei und er ihr das Herz brechen werde, geht er trotzdem die Beziehung, die zum Verderben des Schmetterlings führt und seine Flügel bricht, ein. Pretti macht gesanglich und darstellerisch alles richtig und das Publikum honoriert dies am Ende begeistert.

Auch Jana Kurucová in ihrer Rolle der treuen Dienerin und Dong-Hwan Lee in seiner Rolle des mitfühlenden Sharpless glänzen auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin.
Die Kostüme von Pier Luigi Samaritani und das schlichte Bühnenbild ( hintereinander gestaffelten Reihen zarter Gazevorhänge) versetzen den Zuschauer ins traditionelle Japan, in dem die Ehre eine wichtige Rolle spielt.

Mein Fazit: Noch heute gehört Puccinis Oper „Madama Butterfly“ zu meinen Lieblingsopern. Egal, ob damals als Mädchen oder jetzt als Frau, beide Mal war ich zutiefst von der echten und treuen Liebe des wunderschönen Schmetterlings ergriffen. Die Operndarsteller singen und agieren fantastisch, die Musik ist traumhaft schön.



© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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