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Im Jahr 1969 fand das Woodstock-Festival statt und noch heute, 50 Jahre danach, inspiriert es zahlreiche Musiker und ermutigt Jugendliche in ihrem Kampf gegen Krieg und Ungerechtigkeit. Damals trafen sich für drei Tage 400.000 zumeist junge Menschen, um gemeinsam die einzigartige Live-Musik von Janis Joplin, Jimi Hendrix, The Who und vieler anderer zu feiern, aber auch um eine deutliche Message gegen den Vietnam-Krieg zu setzen.

Auf dem Festival entstand zudem der mit einem Oscar ausgezeichnete Film „Woodstock“, der noch immer zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmen zählt und den legendären Spirit des Festivals in die ganze Welt transportiert hat. Zum 50-jährigen Jubiläum des Mythos Woodstock veranstaltet der Wintergarten Berlin die musikalische Akrobatikshow „WOODSTOCK VARIETY SHOW - Festival Hits & Acrobatics“, die wir am Samstag, den 30. August 2019, besucht hatten.

Um 20 Uhr ging der Vorhang auf und anwesende Hardcore-Fans der Woodstock-Musik von Santana, Janis Joplin, Joe Cocker und Jimi Hendrix und Gäste, die nur durch Erzählungen und Filmaufnahmen das Festival kennen, bekamen in dem wie fast wie immer ausverkauften Wintergarten Berlin eine explosive Show geboten.

Für mich stand jedoch die Show auch unter einem persönlichen Motto: „Wiedersehen mit alten Bekannten“, denn die fünf Sänger der Show kannte (und liebte) ich bereits von anderen Shows: Die Sängerin Achan Malonda überzeugte mich mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrer starken Bühnenpräsenz bereits in dem Musical „Affe“. Henriettes charismatische Art und ihre facettenreiche Stimme fiel mir schon in dem Musical „The Addams Family“ und in der Wintergarten-Show „Take it easy“ positiv auf. Auch in dieser Show war die durch ihren Aufenthalt in Nashville beflügelte
Henriette Schreiner eine Bereicherung.

Zu unserer großen Freude stand genauso wie bei den Shows „Take it Easy“ und „Staunen“ wieder der großartige und unverwechselbare Crsto (Christopher Ciraulo) auf der Bühne des Wintergarten Berlin. Wir freuen uns jedes Mal wie kleine Kinder, wenn wir ihn auf der Bühne erleben dürfen, denn Crsto ist unser persönlicher „the greatest showman on earth“. Eine beeindruckende Stimme, die jedes Lied auf eine eigene – wunderschöne - Art und Weise interpretieren kann und ein enormes Talent, das Publikum zu unterhalten.
Besonders gefreut hat es mich diesmal, dass der Sänger Jez Green nicht wie bei anderen Shows im Hintergrund agierte, sondern diesmal ins Zentrum gerückt wurde. Seine rauchige Stimme und seine Liebe für die Bühne gehören für mich einfach in den Vordergrund jeder Show.

Woodstock bedeutet für mich das Streben nach Freiheit, das in einer guten Rockmusik ausgedrückt wird. Und kein anderer kann das für mich so gut verkörpern wie der Sänger Max Buskohl, der schon mit Paul McCartney und Bono auf der Bühne stand. Zwar war das für Buskohl die erste Show im Wintergarten Berlin, doch verfolge ich seine musikalische Karriere schon seit dem Jahr 2007, als er einem großen TV-Publikum bekannt wurde. Auch diesmal war die Rockstimme mit der Gitarre abgefahren gut.

Wer schon häufiger im Wintergarten war, der weiß, dass die Musik in den Shows oft eine dienende Funktion für die Akrobatikprogrammpunkte übernimmt. Während die weltbesten Artisten auftreten, singen begnadete Sänger an der Seite der Akrobaten. Doch genauso wie bei der Show „Relax!“ war auch diesmal das Konzept ein wenig anders. Die sehr talentierten Musiker begleiteten zwar auch diesmal die einzelnen Akrobaten musikalisch, doch gaben sie in dieser Show auch eine Art eigenständiges Konzert, das von dem Publikum mit begeisterten Jubelstürmen honoriert wurde.

Von Beginn an konnten die Sänger und die furiose Live-Band Chill Factor Berlin (Jan Stolterfoht an der Gitarre, Otto Block am Schlagzeug, der Bass-Gitarrist Lexa Schäfer, Sebastian Düwelt am Keyboard und der oben erwähnte Sänger Jez Green am Keyboard) die Zuschauer begeistern und zum Singen und Klatschen animieren.
Die Filmausschnitte von dem Woodstock-Festival im Hintergrund taten ihr Übriges, um uns endgültig in die Zeit des Festivals zu versetzen.

Doch eine Show im Wintergarten lebt nicht nur von ihren Sängern und Musikern, sondern brilliert auch durch ihre talentierten und international bekannten Akrobaten. Eröffnet wurde die Show durch den Akrobaten Fleeky (Fleeky Flanco), der uns zum Lied „Voodoo Child“ zeigte, wie man seinen Körper unmenschlich und dennoch leicht verbiegen kann. Dabei gab es keinen Gegenstand, in den der Kontorsion-Künstler nicht hineinkriechen konnte. Mit seiner wilden und leicht verrückten Art passte der Künstler perfekt zur Woodstock-Show.

Zu meinen Highlights an dem Abend gehörten zwei Showpaare: Diego und Elena präsentierten uns an den Stapaten einen schnellen Kleiderwechsel in der Luft und voller magischer Momente. Am Ende sorgte das Paar für eine Überraschung in seinem Showprogramm und stand anschließend in Weiß auf der Bühne. „Reason to Believe“ - ein wunderschönes Lied, um diese liebevolle Performance zu begleiten.
Dass eine Beziehung nicht nur gefühlvoll, sondern auch leidenschaftlich sein kann, bewies uns das Artistenpaar Waz'O am Trapez. Marie-Christine Fournier und Louis-David Simoneau demonstrierten die Höhen und Tiefen einer Beziehung und die Distanz und Annäherung zwischen zwei Liebenden – und das in einem sehr schwungvollen Showprogramm.

Für zugleich ruhige und mystische Momente in der Show sorgte Simone Al Ani, der seine Ringe und Kugeln zu etwas Besonderem verwandelte und ihnen Leben einhauchte. Für einen Moment vergaßen die Zuschauer ihre Sorgen und den Alltag. Zum Lied „As tears go by“ belegte der Künstler mein Motto: Mit Gelassenheit und Harmonie kann man man die Herzen der Menschen erreichen.

Aber eine Show kann natürlich nicht ohne temperamentvolle Programmpunkte existieren und davon hat der aus einer berühmten russischen Zirkusfamilie stammende Victor Krachinov (Krachinov Roslyakov Victor) mehr als genug. Der fröhliche Wirbelwind zauberte mit seiner Jonglage jedem im Zuschauersaal ein Lächeln ins Gesicht.
Auch Valerie Inertie brachte mit ihrer feurigen Tanzperformance in, mit und auf dem Cyr Wheel zum Lied „Spinning Wheel" von Blood, Sweat & Tears die Bühne zum Beben.
Das Duo Ikai erfreute uns nicht nur mit seiner schnellen und waghalsigen Show am Teeterboard, sondern zog das Publikum auch mit seinem komödiantischen Talent auf seine Seite.

Mein Fazit: Wieder eine fantastische Show im Wintergarten Berlin! Phänomenale Stimmen, fabelhafte Akrobaten, charismatische Künstler und das Lebensgefühl des Woodstock-Festivals in einer Show! Nur noch bis zum 27. Oktober 2019 könnt Ihr die Show im Wintergarten erleben.

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
Kritik zu: Charlys Tante
„Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune.“ (Charles Dickens)
Und dies könnt Ihr in dem im Moment für mich lustigsten Theaterstück auf Berlins Theaterbühnen erleben: „Charlys Tante“ im Schlosspark Theater.
Die im Jahr 1892 erschienene Travestiekomödie „Charleys Tante“ (Originaltitel „Charley’s Aunt“) vom britischen Autor Brandon Thomas wurde in mehr als 100 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt. René Heinersdorff, dessen Regiearbeit ich zuletzt im Jahr 2016 beim Theaterstück „Honig im Kopf“  im Schlosspark Theater bewundern durfte, bringt dieses schon Anfang des 20. Jahrhunderts viel gespielte Bühnenstück in Deutschland auf die Bühne des Schlosspark Theaters.
Die Interpretation von René Heinersdorff handelt von den Freunden Charly und Jack, die sich in die beiden türkischen Schwestern Sema und Aishe verlieben. Doch die beiden Schwestern haben einen sehr strengen Vater: den türkischen Geschäftsmann Spittigül, der sich um die Ehre seiner Töchter sorgt. Um sich mit Aishe und Sema ungestört treffen zu können, brauchen die beiden Freunde eine Anstandsdame. Da kommt der angekündigte Besuch von Charlys reicher Tante aus Brasilien wie gerufen. Doch leider verzögert sich der Besuch und es muss eine neue Tante her. Wie gut, dass die beiden diesen Ersatz in dem Hausmeister Babbs finden. Das chaotische Verwirrspiel kann beginnen. 
Nicht nur die beiden Freunde finden in dem Hausmeister Babbs die perfekte Besetzung für die Täuschung ihres zukünftigen Schwiegervaters Spittigül. Auch dem Schlosspark Theater gelingt mit dem im deutschen Sprachraum sehr bekannten Schauspieler Markus Majowski ein unvergleichlicher Coup. Die Rollen des Hausmeisters Babbs und der falschen Tante aus Brasilien sind Majowski wie auf den Leib geschnitten worden. Herrlich, wie Babbs als die falsche Tante Männerherzen erobert und in jeder Szene versucht, seine immer wieder aufkommende Männlichkeit zu verstecken. Lacher am laufenden Band sind garantiert, was der grandiosen Darstellung des Markus Majowski zu verdanken ist.
Der bereits auf den Theaterbühnen erfahrene Daniel Wobetzky schlüpft in die Rolle des Charly, der die Schönheit Aishe feurig liebt. Genauso wie sein Freund Jack nutzt er auch gerne das Gewächshaus im Zoo und belohnt den Hausmeister mit falschen Zigarren. Er hat große Angst vor dem türkischen Vater seiner Auserwählten und freut sich daher sehr auf den Besuch seiner Tante aus Brasilien. 
Ich freue mich schon darauf, den in seiner Rolle überzeugend agierenden  Daniel Wobetzky in weiteren Theaterstücken erleben zu dürfen. 
Johannes Hallervorden durfte ich schon zwei Mal auf der Bühne des Schlosspark Theaters sehen: in den Theaterstücken „Was zählt, ist die Familie!“ und „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“. Und auch die Rolle des von seinem Vater verwöhnten Jack Chesney, der die Worte „Arbeit“ und „Schulden“ nicht kennt, interpretiert Hallervorden wieder hervorragend. Genauso wie sein Freund Charly liebt er eine Türkin (Sema) und hat Angst vor ihrem leidenschaftlichen Vater. Unvergessen bleibt hier der Tanz von Hallervorden und Wobetzky zum Lied „Kiss kiss“ des türkischen Sängers Tarkan.
Gibt es den typischen Türken? Nein, genauso wenig wie den typischen Deutschen. Allerdings gibt es ein Bild, das andere Nationen von einem Türken haben: temperamentvoll, liebt seine Familie über alles, verteidigt die Ehre seiner Familie bis aufs Blut und betreibt einen Späti (Abkürzung für eine Spätverkaufsstelle). Und genau diesem Bild entspricht  Herr Mustafa Spittigül, der Vater von Aishe und Sema. Der Witwer und Geschäftsmann von „Import, Export, Elektrowaren“ vergöttert seine beiden Töchter und sorgt sich sehr um ihre Ehre („Mein Herz blütet.“). Die Hände des eifrigen Geschäftsmannes können sowohl Gutes vollbringen als auch das Leben von aufdringlichen Verehrern seiner Töchter „auspüsteln“.
Aykut Kayacik, den ich bereits aus der Operette „Frau Luna“ kannte, spielt diesen liebenden und cholerischen Vater und Geschäftsmann. Nein, er spielt nicht bloß diese Rolle, er lebt sie. Und zwar so überzeugend, dass ich oft vergaß, dass es sich dabei nur um eine fiktive Rolle handelt – so überzeugend war Aykut Kayacik. Zurecht gab es dafür einen frenetischen Applaus.
 Oliver Nitsche, den ich schon in den Theaterstücken „Der Stellvertreter“ und „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“ im Schlosspark Theater gesehen hatte, verkörpert auch die Rolle von Jacks Vater und Colonel Francis sehr glaubhaft. Jacks Vater hat seinen Sohn zu sehr verwöhnt und braucht jetzt eine reiche Frau, die die Familienschulden tilgen kann. Eine Hochzeit mit der reichen Tante scheint hier die Lösung zu sein. Schade, dass sie nun gar nicht seinen Vorstellungen von einer hübschen Frau entspricht. Der Zuschauer fand es sehr komisch zu sehen, wie sich das Pokerface des Colonel Francis immer beim Anblick der Tante verändert hat. Zum Glück kommt bald die echte Tante aus Brasilien und erlöst Jacks Vater von seinem Leiden.
Die Figur der echten Tante Lucia aus Brasilien wird authentisch von der im deutschen Fernsehen sehr bekannten Claudia Neidig dargestellt. Donna Lucia ist das komplette Gegenteil der falschen Tante. Sie ist elegant, eloquent und weiß sich zu benehmen.
Auch die anderen drei Frauenrollen wurden sehr gut vom Schlosspark Theater besetzt: Aishe Spittigül (Kim Zarah Langner) und Sema Spittigül (Alice Zikeli) lieben verbotenerweise nicht die Männer, die ihr Vater für sie ausgesucht hat. Die leidenschaftlichen Schwestern halten aber bis zum Schluss zusammen. Auch Katharina Hadem ist in ihrer Rolle der Ella, der Adoptivtochter von Tante Lucia, die gerne eine Französin wäre und früher sehr innig einen Zoo-Angestellten geliebt hat, für das Theaterstück sehr gewinnend.
Thomas Pekny sorgt für ein sehr gelungenes Bühnenbild in dem Theaterstück.  Das auf die Bühne gestellte gläserne Gewächshaus mit dem Kreischen der Affen und der Zwitschern der Vögel unterstreicht die wilde Atmosphäre von „Charlys Tante“.
Mein Fazit: Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich mit Tränen in den Augen bei einem Theaterstück so viel gelacht habe. Als Zuschauer hat man keine Zeit zum Durchschnaufen und kommt aus dem Lachen nicht mehr raus – und das zwei Stunden lang nicht. Eine geniale Umsetzung der literarischen Vorlage mit einem bis in die kleinste Rolle fabelhaft besetzten Cast! Das Publikum hat zurecht am Ende begeistert applaudiert und wollte die Darsteller nicht mehr weggehen lassen. Nur noch bis zum 29. August 2019 könnt Ihr das für mich im Moment lustigste Theaterstück in Berlin im Schlosspark Theater sehen.
© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
Kritik zu: Don Giovanni
Ich liebe Opern. Ich liebe diese tragischen Liebesgeschichten, bei denen die Operndarsteller bei jedem einzelnen Ton ihre Seele offenbaren. Und so war es für mich eine sehr erfreuliche Nachricht, dass das internationale Opernfest der Berlin Opera Academy dieses Jahr wieder in Berlin stattfindet – diesmal in dem berühmten Theater im Delphi. 

Das Opernfest der Berlin Opera Academy ist ein internationales Festival junger Opernsänger, das sich zum dritten Mal in Berlin ereignet. Junge Talente aus 27 verschiedenen Ländern, von denen viele von einigen der besten Ausbildungsstätten im Bereich der klassischen Musik (u.a. Juilliard School New York, Royal College of Music London oder Indiana University) kommen, präsentieren an außergewöhnlichen Orten beliebte Opern. Einige von diesen jungen Talenten sind entweder gerade mit ihrem Studium fertig geworden oder noch in der Ausbildung. 

Doch vor dem Opernfestival müssen die jungen Operndarsteller ein vierwöchiges Intensivprogramm an der Berlin Opera Academy absolvieren. Hier werden sie umfassend in Gesang, Theater und Musik unterrichtet und studieren eine vollszenische Opernproduktion ein. Auf dem Opernfest präsentieren sie anschließend ihre Ergebnisse. 

Davon konnte ich mich am Samstag, den 10. August 2019, selbst in dem ausverkauften Theater im Delphi überzeugen. An diesem Abend wurde die im Italienischen vorgetragene Oper „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Die Oper „Don Giovanni“ ist eine Oper in zwei Akten nach einem Libretto von Lorenzo Da Ponte und gehört zu den Meisterwerken der Oper. 

Die Oper „Don Giovanni“ handelt von dem Frauenhelden Don Giovanni, einem Meister der Verführung, der Frauenherzen reihenweise bricht und dabei auch nicht vor einem Mord zurückschreckt – so auch nicht vor dem Mord am Komtur und dem Vater von Donna Anna. Donna Anna und ihr Verlobter Don Ottavio schwören daraufhin Rache. Aber auch weitere Frauen wünschen sich eine Bestrafung für den seelenlosen Verführer. Kommt Don Giovanni erneut davon oder wird er diesmal für seine Vergehen bezahlen müssen? 

Die Inszenierung von Marcin Lakomicki hält viele Überraschungen für den erfahrenen Opernliebhaber bereit. Die Handlung spielt nicht die ganze Zeit auf der Bühne, sondern die meiste Zeit im Zuschauersaal. Da die Darsteller ständig ihre Position im Zuschauersaal wechseln, befindet sich der Zuschauer mitten im Geschehen und die Geschichte wirkt dadurch noch dynamischer. 

Unter der musikalischen Leitung von Kevin Class und einer wunderschönen Klavierbegleitung (Bradley Kunda, Carolina Rodriguez de Guzman und Cristina Battistella) entfalten die neuen Sterne am Opernhimmel ihr ganzes Talent sowohl im gesanglichen als auch im schauspielerischen Bereich. Bei allen Stimmen hatte ich oft Gänsehaut und es gab zurecht auch zwischendurch begeisterten Applaus. 

Die Figurenzeichnung war sehr gelungen in dieser Umsetzung der weltbekannten Oper. Die Rolle des charmanten, aber seelenlosen Frauenverführers Don Giovanni, für den Frauen nur Trophäen sind, wurde hervorragend von Marko Erzar (Bariton) interpretiert. Sehr gut gesungen und geschauspielert! 

Doch es gibt eine Konstante in Don Giovannis Leben: sein treuer, aber ängstlicher Diener Leporello. Theo Magongoma spielte sich sofort mit seinem Charisma und sang sich mit seiner Bass-Stimme in die Herzen der Zuschauer. 

Die drei weiblichen Hauptfiguren der Oper glänzten dank der stimmlich sehr starken Opernsängerinnen an diesem Abend. Dilara Kaymak verkörperte die tragische Figur Donna Anna. Ob Don Giovanni es geschafft hat, die Verlobte von Don Ottavio zu verführen, sieht der Zuschauer nicht, allerdings ahnt er dies. Doch Donna Anna verliert so viel mehr, da Don Giovanni ihren Vater ermordet. Der Zuschauer litt mit der Figur und nahm ihr den ganzen Schmerz ab, der sich auch in der herzergreifenden Sopran-Stimme von Dilara Kaymak widerspiegelte. 

Eine weitere Frauenfigur ist Donna Elvira, die von Don Giovanni verführt und verletzt wurde, ihn aber trotzdem noch liebt. Aber als sie von Leporello die Zahl der Eroberungen des Frauenheldes erfährt und von der Tatsache Kenntnis nimmt, dass Don Giovanni plant, die junge Braut Zerlina am Tag ihrer Hochzeit mit Masetto zu verführen, will sie ihm das Handwerk legen. Diese gleichzeitig liebende und nach Rache sinnende Frauenfigur wurde hervorragend von Ilijana Korác Teklic interpretiert, deren Sopranstimme zurecht auch mitten in der Oper gewürdigt wurde. 

Die dritte Frau ist Zerlina, das neue Opfer von Don Giovani. Zerlina steht vor der Hochzeit mit Masetto und erkennt durch ihre Leichtgläubigkeit nicht die Gefahr, die ihr durch Don Giovanni blüht. Courtney McPhail überzeugte mit ihrer Rolle der naiven Zerlina und ihrer grandiosen Sopran-Stimme. 

Aber auch die anderen Operndarsteller wurden mit einem langanhaltenden Applaus am Ende der Oper verabschiedet, weil sie sowohl sehr authentisch gespielt als auch fabelhaft gesungen haben: James Hutchings in seiner Rolle des Don Ottavio (Tenor), dem nach Rache an Don Giovanni sinnenden Verlobten von Donna Anna; Will Esch (Bass) mit seiner kurzen und dennoch sehr starken Umsetzung der Rolle des Vaters von Donna Anna und William Weidner (ebenfalls Bass) in seiner Rolle als Masetto, dem eifersüchtigen Verlobten von Zerlina. 
Selbst die kleinen Rollen im Chor waren außerordentlich gut besetzt. 

Mein Fazit: Das Opernfest der Berlin Opera Academy ist ein herausragendes Ereignis für jeden Opernliebhaber, das den Zuschauern zeigt, dass neue begnadete Talente nur darauf warten, die Opernwelt zu erobern. 
Die Oper „Don Giovanni“ wird noch einmal heute (Sonntag, den 11. August 2019) um 13:00 Uhr und um 18:30 Uhr aufgeführt. Am Donnerstag, den 15. August 2019, kann man zudem Robert Wards Oper „The Crucible“ um 19:30 Uhr und am Freitag, den 16. August 2019, um 13:00 Uhr und um 19:30 Uhr im Theater im Delphi besuchen. 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")

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