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fassbinders denkmal, das ihn fast wahnsinnig machte (nicht die gewünschten schauspieler, finanzielle probleme). die schaubühne steht für modernes theater ohne die klassiker unkenntlich zu machen. auch hier war die inszenierung nah am original, dazu der verstrahlte flair stets durchgeknallter ideen ohne die geschichte zu torpedieren. (regisseur thomas ostermeier erlaubt sich diese kauzigen schlenker nur zu gern). und steckte dieses mal kraftzwerg robert beyer auch in die rolle marias mutter. blonde perücke, strapse, strickjäckchen. beyer war auch noch arzt, buchhalter senkenberg, richter, wärter, anwalt, kellner. auch sebastian schwarz (herrmann braun), thomas bading (unternehmer karl oswald), moritz gottwald (soldatenaffäre bill) verkörperten haupt- und nebenrollen. nur ursina lardi war stets maria braun und musste sich an der ikone hannah schygulla messen lassen. ursinas maria wirkte feminin, stolz, elegant, entschlossen und auch verzweifelt. wenig drama, viel fassade. wie nina hoss diese rolle wohl interpretiert hätte?
schwarz als herrmann fiel etwas in sich zusammen, die gewaltige aura eines klaus löwitsch war nicht präsent. dafür mehr ergebenheit an seine verlobte. jüngling moritz gottwald als amerikanischen soldaten zu besetzen, bei dem maria schwach wird und auch noch schwanger, war in der paarwirkung seltsam.
ostermeiers regie war hier dezent, trotzdem wirksam, mit wenigen mitteln ausdrucksstark. die szenen flossen ineinander auf der einen bühne, kleine umbauten demonstrierten neue situationen. einzelne video-einspieler zeitgeisterten. wenig musik, mal keine lieder, radio-fetzen. die farben im look der nachkriegsjahre, stumpfgrüner teppich, cocktailsessel. ursina in mondänen, schönen kleidern. wenn die unterwäsche blitzte und es zu erotischen begegnungen kam (mit soldat bill oder dem industriellen), schwenkte die regie ins dunkel, die szenen erstarrten sanft und zeigten erst wieder das "danach". maria fügt sich schließlich an oswalds seite, sehnt sich immer nach hermann und muss am ende einen betrug hinnehmen.
ein irgendwie eleganter abend, mit kauzkomischen ausreißern (beyer als mutter fliegt propellergleich in den armen des jungen geliebten). ostermeier hat entstaubt, veredelt und dosiert gebannt. am ende begegnen sich maria und hermann im haus und es kommt zur explosion. hier dargestellt mit sound und video. und aus.

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

3.3
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