2.0/5
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Unterkomplexer Vergewaltigungs-Trigger-Text mit Comic Relief-Choreographie
  · 12.04.22
Ebenso drastisch wie unterkomplex kommt dieser sprachgewaltige Abend daher. Überfällig waren die Theatertreffen-Einladungen für Regisseurin Pinar Karabulut und Autorin Sivan Ben Yishai, die es beide zum ersten Mal in die 10er-Auswahl schafften. Der Wermutstropfen ist, dass sie ausgerechnet für einen Abend ausgezeichnet werden, der nicht zu ihren überzeugendsten Arbeiten zählt.

Zu eindimensional rauschen die Vergewaltigungstraumata in einem Mix aus langen Monologen und Musical-Einlagen vorbei, bei denen die Text-Verständlichkeit ohne englische Übertitel noch mehr leiden würde. Die Selbstironie und der Anspielungsreichtum, die „Wounds are forever“ von Ben Yishai zu einem der besten Texte der Saison machen, fehlen diesem brachialen „Like Lovers Do“.

Pinar Karabuluts anspielungsreicher und zitatverliebter Inszenierungsstil will ebenfalls nicht so recht zu dem Text passen. Was in der Web-Sopa-Opera „Edward II.“ wunderbar funktionierte, wirkt hier als Comic Relief-Brechung eines drastischen Texts oft merkwürdig hilflos, fast deplatziert.

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