Kritik zuAuferstehung
4.0/5
Bewertungen: 2
Rezensionen: 2
Alle Kritiken ansehen.
0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Betäubt stolpert man aus dem Theater
  · 28.03.22
''Ein langer Weg durch Schnee und Kälte, mitten hinein in die Hölle des Gulag, die Apokalypse der Menschlichkeit: Hier gibt es keinen Gott und keine Liebe, nur das nackte Überleben, blutige Folter und tödliche Verdammnis. Hier landen die kleinen Gauner und großen Intellektuellen, die Anarchisten und die Esoteriker, alle, die Nein sagen zur herrschenden Clique, ein anderes Leben wollen, sich die Köpfe heiß diskutieren, bevor sie erfrieren, verhungern oder erschossen werden. Bässe wummern, schrille Töne zertrümmern das Gehör, alles, was nach Demokratie und Freiheit ruft, wird vernichtet: Ob gestern oder heute, ob Zar, Stalin oder Putin: Russland war und ist ein Schlachthaus, eine Diktatur, die nur eines kennt: Unterdrückung und Unterwerfung.

Mögen Katja und der Fürst auch irgendwann diesem Zwangssystem entkommen: sie sind gezeichnet, ihre Seele ein Trümmerfeld. Betäubt stolpert man aus dem Theater. Gleich nebenan: die Botschaft der Ukraine. Blumen der Trauer und Solidarität. Auf einer Video-Wand laufen die täglichen Bilder des Grauens. Russland ist ein Monstrum, wer sich seinem Willen widersetzt und frei sein will, wird vernichtet. Das zeigte uns Tolstoi, das zeigt uns jetzt auch Petras.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
War die Kritik hilfreich?