Kritik zuDas Schloss
3.0/5
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Isolation und gestörte Kommunikation
  · 22.01.22
''Der Abend zerfällt zur Mitte auch sichtlich in zwei Teile, wenn der Eiserne Vorhang heruntergeht und die DarstellerInnen als Mosaik von Einzelbildern auf den Vorhang projiziert werden. Bettina Schmidt hat davor ihren Auftritt als Frieda. Dann wird der Kunstschnee weggefegt und alle schmieren sich am ganzen Körper schwarz ein. Wozu eigentlich? Da ist von Gespenstern die Rede, und Andreas Keller posiert als gefederte Wirtin, die mit K über ihre Kleider spricht. Der Musiker Heidebrecht liest Kafkas bekannten Text Der Bau über ein Tier, dass sich in einem unterirdischen Bauwerk gegen äußere und innere Feinde abschottet, während ein Hund davor hörbar sein Fressen kaut.

Die Live-Kamera wandelt viel durch die Gänge des Leipziger Schauspiels bis in die Straßen davor. In einem abschließenden Monolog spricht Annett Sawallisch als Pepi einen Eifersuchtsmonolog. Philipp Preuss‘ Inszenierung lässt sich wie Franz Kafkas Romanfragment nicht in Gänze entschlüsseln. Es fehlt einem doch etwas der Zugang zur Gedankenwelt des Regisseurs, der sich über die lange Zeit des Wartens auf die Aufführung wohl nicht von allen seinen Ideen trennen wollte. Isolation, gestörte Kommunikation und ein kaum zu durchdringender Regelapparat. Willkommen in der Pandemie.'' schreibt Stefan Bock am 22. Januar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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