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Hommage an die Opposition in Belarus
  · 09.10.21
Im Halbdunkel kommen raunende Stimmen aus dem Off, ein paar Kalendersprüche werden an die Wand projiziert und Yang Ge, aus China stammendes Ensemble-Mitglied des Gogol Centers, die den Kontakt zwischen Serebrennikow und Reng Han herstellte, plaudert in einigen Videos, die wir via QR-Code und mit Kopfhörern auf unseren Handys abrufen.

Recht ziellos wirkt dies lange Zeit. Der erste starke Moment ist, als Ge von ihrer ersten Begegnung mit Serebrennikow schwärmt und ihre Sicht auf die haarsträubenden Vorwürfe gegen den Regisseur schildert, dass es die „Sommernachtstraum“-Inszenierung, in der sie mitspielte, nie gegeben habe, sondern das Geld unterschlagen worden sei.

Während Ge nur virtuell zu uns spricht und einige Meter weiter live im „Decamerone“-Stück auf der großen Bühne steht, erhebt sich im zweiten Teil die chilenischstämmige Leicy Valenzuela, die in den vergangenen Jahren in einigen Projekten der Berliner Freien Szene arbeitete, aus der ersten Reihe und schildert nach einer anekdotischen Einführung in ihren Lebenslauf, wie sie aus der Ferne die politischen Proteste in Belarus im Sommer 2020 erlebte.

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