5.0/5
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Lebe- und Liebeszeiten
  · 22.03.21
''Barrie Kosky (Inszenierung) ließ die beiden Jungen dann auch in die Höhe abdriften, während dann die Zurückgebliebene ihr konstatierendes "Ja, ja" am Standuhrkasten absondert. Dem Regisseur und seinem Bühnenbildner Rufus Didwiszus fiel Großartiges ein - ein Sammelsurium an Geniestreichen (die sich entgegnenden Stunden- und Minutenzeiger, die Sängerszene im Stile Ludwigs XIV., die Kutsche in der Bauart Ludwigs II., das Theater im Theater und und und). Auch wiederholte Kosky die Dreidimensionalität seiner Erzählweise, wie er sie schon in seinen triumphalen Meistersingern (Bayreuth 2017) bis zur Perfektion getrieben hatte - hier entwickelte er die drei Akte aus den Einzelperspektiven von Marschallin, Sophie, Octavian.

Nicht zu vergessen: Christof Fischesser, der seinen Ochs von Lerchenau trotz seines sexuellen Unbeherrschtseins bar "unangemessner" Übergriffigkeit als nonchalanten Wiener Zeitgenossen präsentierte; dieser Part scheint mit zum Schwersten zu gehören, was das Bassbaritonfach so bietet, ja und Fischesser meisterte alles das mit spielerischer Leichtigkeit. Chapeau! Grandios auch, so wie eh und je, Johannes Martin Kränzle (als der Herr von Faninal).'' schreibt Andre Sokolowski am 22. März 2021 auf KULTURA-EXTRA
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