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Familienaufstellung zur NS-Kollaboration flämischer Nationalisten
  · 11.03.21
Rund um einen großen Holztisch sind die Figuren gruppiert, deren Schicksale Peter van Kraij in seiner historischen Familienaufstellung verknüpft. Der Abend, der von Daniel Demoustier (Kamera/Schnitt) für den Stream eingerichtet wurde, ist ein vielstimmiger Chor, der prototypische Haltungen in der belgischen Gesellschaft der 1930er Jahre vertritt. Über weite Strecken sehr didaktisch und wenig spielerisch referieren die Familienmitglieder ihre Beweggründe.

Wie in Inszenierungen von Luc Perceval üblich, nimmt die Musik eine wichtige Rolle ein. Der Klangteppich von Sam Gysel untermalt die Stimmungen der jeweiligen Figuren. Manchmal wirkt dies etwas zu kitschig, wenn von Klaviermusik unterlegte Szenen unter herabrieselndem Schnee versinken. Das letzte Drittel wird mit fast schon sakralen Klängen zu einem Requiem, zu einem langen Klagegesang auf die Verbrechen der NS-Zeit und die Verstrickung flämischer Nationalisten.

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