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Deutlicher Kontrast zur Jelinek-Uraufführung
  · 30.01.21
Die Herangehensweise von Falk Richter bei der "Am Königsweg"-Uraufführung in Hamburg und von Philipp Preuß bei seinem Verschnitt mit "König Ubu" drei Wochen später in Mülheim unterscheidet sich deutlich: in der Hamburger Uraufführung war ein hochtouriger Spaß zu erleben, der sich auf die popkulturellen Referenzen stürzte und dem Schnellfeuer-Staccato ihrer Kalauer folgte. Demgegenüber schaltet die Mülheimer Version einige Gänge zurück. Der Text wird wesentlich langsamer, manchmal regelrecht feierlich vorgetragen. Der Soundtrack besteht passend dazu aus Barockmusik von Georg Friedrich Händel und Evergreens von Frank Sinatra. Als Seherin Kassandra/Präsidentengattin Melania-Figur schreitet Simone Thoma zwischen den vier männlichen Kollegen und all dem Gold-Lametta auf der Bühne von Ramallah Aubrecht hin und her.

Die nötige Würze erhält der Jelinek-Text hier durch kurze Einsprengsel aus dem mehr als ein Jahrhundert älteren Jarry-Text, der Mutter aller Grotesken über Populisten und Despoten. Erstaunlich gut fügen sich die Jarry-Szenen in den Jelinek-Text.
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