Kritik zuLohengrin
2.0/5
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Bis früh um 2 auf ARTE
  · 15.12.20
''Das solistisch-sängerische Aufgebot: heterogen. Die zwei Protagonistinnen treffen - im Unterschied zu ihren männlichen Kollegen - astrein ihre jeweiligen Tonhöhen. Vida Miknevičiūtė hat ein irgendwie doch schönes, dennoch dauernervig anhörbares Dauerzittern in der Stimme, von ihrer Gesamtausstrahlung her verkörpert sie natürlich DIE Elsa schlechthin! Ekaterina Gubanova ist eine sehr souverän singende Ortrud, derem Bissigen und Aasigen wird sie ambitioniert gerecht. Der Telramund von Martin Gantner zeichnet sich durch außerordentliche Textverständlichkeit, mit der der Sänger ihn versieht, besonders aus. Bei René Pape (= König Heinrich) sind zum Opernende hin unüberhörbar Stimmabnutzungen zu registrieren. Und die ewig schleifenden Bemühungen Roberto Alagnas, der Titelpartie mit gerade noch erahnbaren richtigen Tonhöhen gewissermaßen beizukommen, scheitern größtenteils; so etwas nennt man fehlbesetzt.

Dem Regisseur Bieito, der sich selbst von seiner frühkindlichen Schockerzeit längst autotherapiert zu haben schien, fällt aktuell zu seinem (ersten?) Lohengrin unendlich Vieles ein - genauso unendlichermaßen viel lässt sich dann allerdings nicht dechiffrieren; sorry: Nein, ich kann nicht aufwarten mit irgendeiner Deutung seiner Interpretation, nichts schloss sich mir da - weder fantasiewillig noch intellektuell - plausibel auf. '' schreibt Andre Sokolowski am 14. Dezember 2020 auf KULTURA-EXTRA
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