3.0/5
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Überambitionierte Kunstanstrengung
  · 23.11.20
''In den besten Augenblicken schafft Hartmann albgeträumte Existenzbilder und Momente höllischer Verzweiflung. Etwa die Projektion der pseudo-nackten Menschen an der Bühnenwand, die nun wirken, als fielen sie aus schwarzen Wolken in einen finsteren Abgrund. Die gruseligen Totenköpfe, die den Spielern immer wieder aufs Gesicht projiziert werden. Der Moment, wenn Cordelia Wege versucht, einen unsichtbaren Vogel zu fangen. Das einzige echte Leben. Und immer wieder: der Blick in das stumme, elendige, hoffnungslose Gesicht von Markwart Müller-Elmau, der sich in Erinnerungen an den Krieg verliert, während schwarze Asche auf ihn rieselt.

Doch die längste Zeit des Abends wirken die rätselhaften Bilder, die die vier Kameras höchst professionell sowohl kreieren als auch einfangen, überinstrumentiert, künstlich und bedeutungsschwanger. Man mag das perfekte Handwerk des Regisseurs bewundern, seine Kunstfertigkeit, Kameras und Bühne so geschickt zu verzahnen, zudem die fantastischen Kostüme von Adriana Braga Peretzki – berühren kann das aber nur äußerst selten. Nach der Dauer von zwei Stunden bleibt vor allem das Gefühl einer überambitionierten Kunstanstrengung zurück.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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