3.0/5
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Nenn mich nicht Baby
  · 04.10.20
''Handlungsstränge und theatralische Wirkungen verpuffen jedoch recht schnell. Spätestens zu laut eingespielten Elektro-Sounds von Jakob Lorenz wird der körpersprachliche Ausdruck der Darstellerinnen dann aufs Äußerste dynamisch und beliebig. Gegen Ende werden gar grenzwertige Masturbationen angedeutet, wenn sich nacheinander Franziska Schmitz und Mirka Ritter mit ihren Gesäßen nuanciert an den Stuhllehnen respektive der Bühnenwand reiben. Zu guter Letzt steigert sich das Geschehen in einen Spontanausbruch aller Darstellerinnen auf einer Nebenbühne im Einlassraum neben der Spielstätte. Nun wird der radikalen Idee einer Vergeltung und einer feministischen Utopie ohne Männer nachgehangen. Doch schnell müssen die Leidensgenossinnen erkennen, dass die Idee eines Matriarchats zu zukunftslos sein könnte, denn die Nachkommenschaft sollte ja auch noch gesichert werden.

Neben Der Zauberer von Oz vom Theater der Keller ist Revolt. She said. Revolt again. für den lokal renommierten Kölner Theaterpreis nominiert. Das preisgekröntes Drama (2014 George Devine Award für „Most Promising Playwright“) ist ein freches, provozierendes und atemlos-reißerisches Stück, das mit Geschlechterstereotypen und Sehgewohnheiten aufräumen möchte, indem es diese oftmals verzerrt vorführt. Die 34-jährige Autorin Alice Birch wurde u.a. für ihr Drehbuch zum Film Lady Macbeth (2016) mit dem British Independent Film Award geehrt. Auch in diesem Kostümfilm geht es um weibliche Sexualität, patriarchale Strukturen, Unterdrückung und Befreiung. In Revolt. She said. Revolt again. sind die inhaltliche Botschaft und Gesellschaftskritik wenig originell, durchaus aber weiterhin aktuell. Auf der Bühne wird erregungsbereit viel geschrien. So mancher Zuschauer fühlt sich alsbald von vieldeutigen Reizen und wütender Konfrontation überflutet, sucht eine sinnstiftende Richtung jedoch mitunter vergebens.'' schreibt Ansgar Skoda am 4. Oktober 2020 auf KULTURA-EXTRA
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