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Wir sind wieder da-Gala
  · 27.08.20
Der knapp zweistündige, natürlich pausenlose Abend ist als Stil-Mix konzipiert: mal wird das klassische Ballett mit sehr viel Patina gefeiert wie im Eröffnungs-Stück „Pas de Quatre Divertisseiment“ in historischen Kostümen, mal bietet Dinu Tamazlacaru in „Les Bourgeois“ eine Clownerie zu den Chanson-Klängen von Jaques Brel. Kleine Experimente wie die Berliner Erstaufführung der Choreographie „M-DAO“ stehen neben einem Auszug aus dem Repertoire-Klassiker „Schwanensee“.
 
Dieses bunte Potpourri verzichtet bewusst auf einen roten Faden oder dramaturgische Bögen. Die entscheidende, dankbar beklatschte Botschaft dieser Gala aus 10 Einzel-Nummern, die meisten davon als Soli, lautet: Wir sind wieder da!

Lohnenswert machen diesen Abend zwei Highlights: Alexander Abdukarimov überzeugt in seiner ausdrucksstarken Choreographie „Look out from the Silence“ mit einer spielerischen Auseinandersetzung mit Licht und Schatten, die sich auch als Auseinandersetzung mit dem wochenlangen Lockdown und der Zurückgeworfenheit auf sich selbst lesen lässt. Das optimistischere Gegenstück ist ein Auszug aus „Ein Sommernachtstraum“ zur märchenhaft-minimalistischen Musik von Philipp Glass: mit drei Paaren hat diese Miniatur die größte Besetzung.

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