3.0/5
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Rezensionen: 2
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Nicht besonders souverän umgesetzt
  · 10.02.20
''Heller lässt das Werk 1917 spielen (sechs Jahre nach der Uraufführung). Weltkrieg kommt nicht vor. Umso mehr Jugendstil. Faninal wohnt im Gebäude der Wiener Secession, wo ihm Gustav Klimt persönlich seinen Beethoven-Fries an die Wand geworfen hat. Das Beisl im 3. Akt ähnelt dem Palmenhaus hinter der Hofburg – mit orientalischem Zelt und Sitzkissen. Schließlich lebt André Heller teilweise in Marokko. Leider hat weder damit noch mit dem Jugendstil das Werk von Strauss und Hofmannsthal das Geringte zu tun. Dient nur als Dekorvorwand – und ist da nicht mal besonders souverän umgesetzt. (Ausnahme: die sehr gute Beleuchtung im 3. Akt.)

Hängt’s also doch an den Sängern? Auf Platz 3 meiner Rangfolge: Camilla Nylund, die als Marschallin etwas "beschlagen" und parlandoschwach klingt (wie eine Kaiserin aus "Frau ohne Schatten", die sich ein Gschpusi zugelegt hat). Platz 2: Nadine Sierra mit ihrer ersten Sophie. Sie überstrahlt den etwas zu hellstimmigen Octavian von Michèle Losier. Platz 1 und in der Tat der beste Ochs seit Jahrzehnten (im Grunde seit Richard Mayr): Günther Groissböck. Endlich mal kein krachlederner, ordinärer Landjunker. Groissböck verströmt eine Resterotik von "Bauer sucht Frau".'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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Stephan BraunfelsAlles stimmt. Und doch ist es Heller gelungen, mit vielen klug beobachteten Details eine der besten Rosenkavalier Vorstellungen zu gestalten, die ich je erlebt habe... Wann sieht man denn, dass die Marschallin es ist, die das „duftende Rosenöl“ in die kalte silberne Rose träufelt, deren Duft alsbald ihren Liebhaber Octavian bei der ersten Begegnung mit Sophie um den Verstand bringt ?! Es gibt viele solcher hinreißenden Beobachtungen bei Heller ...
vor 2 Jahr(e).AntwortenLink