3.0/5
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The Elina Garanca Show
  · 26.11.19
''Am meisten zu tun hatte jedoch die Diva. Die Oper hätte auch "The Elina Ganranca-Show" heißen können. Und das zu Recht, denn der Komponist hat fast alle guten Einfälle für diese Rolle verbraten. Ihr Mezzo ist tiefer und etwas körniger geworden, aber interessanterweise wird die Stimme von Pauline Viardot, für den Saint-Saens die Rolle konzipiert hat, genauso beschrieben. Und somit stimmts. Ach, diese kehlige vokale Verführungsorgie des zweiten Aktes wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, eine der Sternstunden meines Opernjahres 2019. Da konnte selbst der großartige Bariton Michael Volle als Oberpriester (Chapeau!) nicht ganz mithalten, wohl aber den Garanca-Effekt verstärken in einem monströs gut gesungenen Duett. Samson alias Brandon Jovanovich hat mich nicht restlos überzeugt, vielleicht weil er seine Kraft für den letzten Akt aufgespart hat (in dem er fabelhaft sang). In den vorausgehenden Liebeszenen war er mir zu lyrisch und hauchig, und zur Strafe wurde er dann auch von der übermächtigen Garanca zum Dessert verspeist.

Kurz: Die Regie mag (im wörtlichen wie übertragenen Sinne) verstaubt sein, aber wenigstens inszeniert hier mal wieder einer das Werk und nicht sich selbst (was in Berlin fast schon wieder exotisch ist). Dass man sich erst durch den grauen Breiberg des ersten Aktes fressen muss, bis man im Schlaraffenland des Zweiten anlangt, das liegt auch am Komponisten. Was solls – man geht ja eigentlich auch wegen des Zweiten hin. Und das sollte man in diesem Fall auch dringenst tun.'' schreibt Matthias Käther auf rbbKultur
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