Kritik zuHeart Chamber
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Heart Chamber von Chaya Czernowin
  · 26.11.19
''Der relativ kurze Abend, ca. 1,5 h ohne Pause, bietet alles auf, was ein modernes Opernhaus heute liefern kann: Live-Elektronik, Videoprojektionen, Licht sowieso und die Bespielung der mächtigen Drehbühne. Eine Geschichte von Frau und Mann, die in eine Liebesbeziehung fallen. Zuerst ängstlich und verzaubert, später dann verschreckt und überrascht. Die Drehbühne auf der einen Seite mit dem Relikt einer Villa und riesiger Betontreppe. Eine Rasenfläche davor, bringt das Paar in die Natur zurück. Auf der anderen Seite riesige Videoprojektion, welche die Beiden durch eine Fußgängerzone begleiten. Das dreht sich und flunkert alles schnell hin und her, so dass die ersten zwanzig Minuten ganz unterhaltsam sind. (...)

Chaya Czernowin hat nach Pnima und Infinite now von 2016/17 zum dritten Mal mit Claus Guth und Christian Schmidt zusammengearbeitet. In der Uraufführung von Heart Chamber an der Deutschen Oper Berlin überwiegt die Inszenierung eindeutig die Musik. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, was passiert, wenn man der allzu dezenten Partitur den Vorrang lassen würde. Bei Heart Chamber ist less nicht wirklich more. Auf weiten Strecken fehlen die musikalische Dichte und die klangliche Intensität, auf welche man sich bei einer Oper freut. Schade für diesen ambitionierten Kompositionsauftrag der Deutschen Oper Berlin und der Ernst von Siemens Musikstiftung.'' schreibt Steffen Kühn am 25. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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