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Barbarischer Kitsch
  · 25.11.19
''Im Gegensatz zu Regisseur Damián Szifron, welcher den ersten Teil der neuesten Berliner Samson et Dalila als barbarisch-eintönigen Kitsch (Ausstattung: Étienne Pluss, Gesine Völlm) verabsolvierte und im zweiten Teil mit etwas heutigendem Folter- und IS-Feeling einem gewissen Zeitgeist frönen wollte (was dann allerdings total missriet!), gelang es Barenboim dann wenigstens rein musikalisch pluszupunkten; mit den zwei ProtagonistInnen Brandon Jovanovich & Elīna Garanča schien er ganz gezielt das größte Los des Abends gezogen zu haben, wobei die Garanča noch um einen Deut genialer als ihr Titelpartner wirkte, schon allein wegen ihres doch etwas unterkühlten Typs, der wiederum dieser arg tückischen Gestalt Dalilas sehr, sehr, sehr entgegenkam, und überhaupt klingt die Garanča-Stimme derzeit so, als wäre sie auf ihrem Absolutzenit, einfach grandios!!

Ansonsten machte noch Michael Volle (als gemeingefährlicher und irrwitziger Dagon-Priester) übermäßig auf sich aufmerksam. Ja und die Staatskapelle Berlin, die alles immer allgut musiziert, verdiente wieder ihr obligatorisches Routine-Lob. Allein der vor sich hin und aus sich raus vibrierende Staatsopernchor (Choreinstudierung: Martin Wright) klang - wegen des unüberhörbaren Dauervibratos - stellenweise fast zum Weghören. Und warum werden eigentlich dann immer noch so altgediente Hasen wie Kwangchul Youn und Wolfgang Schöne mit so Gastrollen versorgt, obwohl ihre gesanglichen Sternstundenexistenzen weit ins vorige Jahrtausend ragten? Unerklärlich alles das.'' schreibt Andre Sokolowski am 25. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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