2.7/5
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DDR-Kultroman
  · 19.11.19
''Einziger Kunstgriff, den sich die Regisseurin erlaubt, ist die aus dem Bühnenboden als „Mater Dolorosa“ auftauchende Autorin Reimann (Elke Petri), die sich in ein Zwiegespräch mit der zweifelnden Franziska begibt. Der recht poetische in den Erzählweisen springende Text hätte da durchaus mehr an Möglichkeiten geboten.

Nach der Pause nimmt die Inszenierung dann etwas an Fahrt auf. Gegenpart zur dominierenden Männerwelt sind die trinkende Sekretärin Gertrud (Maren Eggert mit ein paar großen Auftritten) und die Kellnerin Frau Hellwig (Maike Knirsch). Zwei resolute, selbständige Frauen, die aber in ihrem Leben auch nicht besonders glücklich sind. Die Frau von Schafheutlin (Kathrin Klein) hat im Gegensatz zur Hellwig ihre Arbeit für die Kinder aufgegeben und sehnt sich danach zurück, was sie Franziska auf einem Betriebsball gesteht. Beruflich kann Franziska einige Erfolge feiern, aber das Schafheutlin abgerungene Beratungsbüro wird wieder geschlossen und das geplante kulturelle Stadtzentrum nicht gebaut. Die Liebesbeziehung zum undurchsichtigen Ben (Felix Goeser) bleibt bei Löffner leider etwas zu blass. Dafür kann Goeser dann noch die Lebensgeschichte des nach falschen Anschuldigungen zu 4 Jahren Bautzen verurteilten Wissenschaftlers in die Livekamera sprechen. Am Ende bleibt das ungute Gefühl, zwar Brigitte Reimanns Roman in weiten Teilen auf der Bühne gesehen zu haben, aber nicht so richtig zu wissen, was uns die Regie eigentlich damit sagen will.'' schreibt Stefan Bock am 19. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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