2.7/5
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Zu flach?
  · 05.11.19
''Wenn Morgeneyer postuliert, Frauen sollten besser nicht heiraten, bevor sie 30 sind, klingt das, bezogen auf die Gegenwart, wie eine Banalität. Auch die Verzweiflung der Alkoholikerin Gertrud, die, flirrend gespielt von Maren Eggert, über die Bühne torkelt, bleibt ohne das Wissen, dass hier jemand an den Traumata aus dem Zweiten Weltkrieg laboriert, vordergründig. Und die Provokation, eine geschiedene Frau zur Heldin zu machen, ist längst keine mehr.

Es zeigt sich hier ein grundsätzliches Problem des gegenwärtigen Theaters: Im unbedingten Streben nach "Heutigkeit" und aus Angst vor "Musealisierung" möchten sich Theatermacher gerade nicht in eine frühere Zeit hineinversetzen. Doch der große Gewinn beim Lesen des Buches ist nun einmal genau das: die Möglichkeit, in die DDR-Zeit einzutauchen, Unterschiede zu heute festzumachen. Ohne den Stoff historisch zu verorten, wirken die Figuren, wirkt diese Emanzipationsgeschichte allzu flach.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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