3.0/5
Bewertungen: 8
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Schwer zu besetzen
  · 11.09.19
"La forza del destino" gehört zu den am schwersten besetzbaren Werken Verdis. Und büßt, knapp unter optimal besetzt, erheblich an Wirkung ein. Maria José Siri ist ein "Gebrauchs-Star" auf allen größten Bühnen der Welt, ohne große Fangemeinde. Bei leicht talgigem Timbre und gelblicher Höhe stürzt sie sich höchst engagiert in ihre Leonora. Markus Brück als Bruder singt mit jovialer Bissigkeit. Am meisten Applaus bekommt Russell Thomas in der Tenor-Hauptrolle des Don Alvaro – trotz leicht verschatteten Spitzentönen und etwas steifbeiniger Phrasierung. Am Besten: Marko Mimica als Pater Guardian und Misha Kiria als Fra Melitone. Die Kleinen reißen's raus.

Einspringer Jordí Bernàcer am Pult (für den wegen Schulterproblemen ausgecheckten Paolo Carignani) kommt über grobkörniges Deuten kaum hinaus. So kann kein Sänger fein gestalten. Kurz: Ein vierstündiger Abend, künstlerisch durchwachsen und ästhetisch gut abgehangen. Es tut mir Leid: Sollte auch ein Publikum durchfallen können, so sind wir bei diesem Qualifikationsrennen eine Runde weiter. Es zeigt sich, wie mächtig das Schicksal noch in der Oper ist. Die alten Muster greifen.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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