4.7/5
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Vorzüglich besetzt
  · 25.06.19
''Auch Diana Damrau hat alles ehemals Grimassierende, Zierige des Singens abgelegt. Stattdessen kündigt sich leichte Säuerlichkeit im Timbre an. Sie ist sozusagen einen winzigen Tipp über ihren den Zenit hinaus. (Dieser ereignete sich vor einem Jahr in der konzertanten "Maria Stuarda", am selben Ort, und zwar nach der Pause.) Für die Wahnsinnsszene behilft sie sich mit maskenhafter, automatenartiger Lieblichkeit, als sei’s Olympia (in "Hoffmanns Erzählungen"). Verrücktheit und Verzweiflung der Rolle kriegt sie so nicht raus. In jedem Fall ist die Aufführung von vorne bis hinten vorzüglich besetzt. Nicht zuletzt durch Eve-Maud Hubeaux als Gertrud, einem grellen Vorschein der wunderbaren Mrs. Danvers aus Alfred Hitchcocks "Rebecca".

Dirigent Yves Abel ist bemüht, den Kuchen leicht und fluffig zu erhalten. Ausgezeichnete Bläser-Soli! Der Chor wackelt (wieder). – Ich schätze, man muss ein Opern-Fex (oder musikhistorisch interessiert) sein, um hier anzubeißen. Dann aber genießt man einen saftigen französischen Brocken, ohne kulinarischen Kater danach. Das war die letzte große Opernpremiere der (kaum mehr als mittelprächtigen) Saison. Ende gut, musikalisch alles gut.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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