Kritik zuDon Quichotte
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Hirngespinste im Zerrspiegel
  · 31.05.19
''Mit Dirigent Emmanuel Villaume, einem exzeptionellen Kenner als wie Könner der französischen Musik im nahen und auch fernen Umfeld von Massenet (Bizet, Berlioz, Gounod, Saint-Saëns, aber auch Offenbach und/oder Meyerbeer) konnte man sicher sein, dass das Orchester der Deutschen Oper Berlin authentisch-stilsicher aus dem Orchestergraben klingen würde. Die Musik hat einen Maximalgrad an wohltönender Gefälligkeit; man kann da musikantisch eigentlich - außer man übertriebe "es" - sehr wenig oder überhaupt nix falsch machen; kurzum könnte sie schlicht und einfach, rein aufs Kulinarische bezogen, als ein primitiver Hochgenuss bezeichnet sein. 

Der von Jeremy Bines besorgte als wie einstudierte Chor der DOB war unverhältnismäßig oft zu hören und zu sehen, und sein Sound war/ist anhaltend üppig, wohlwarm und gestochen scharf also präzisest in der insgesamten Artikulation; Respekt! In den drei ideal besetzten Hauptrollen bestachen konkurrenzlos die Bassbaritone Alex Esposito (= Don Quichotte), Seth Carico (= Sancho Pansa) und die Mezzosopranistin Clémentine Margaine (= Dulcinée). 

Jetzt bereits - noch ehe die Saison mit einem konzertanten Hamlet von Ambroise Thomas geendet sein wird - muss der DOB bescheinigt werden, dass sie im Vergleich zu ihren beiden Konkurentinnen (der Staatsoper Unter den Linden und der KOB) die beste der drei Spielzeiten gemeistert hat - nicht nur die von uns jeweils hochgelobten Inszenierungen Oceane, Der Zwerg, La Sonnambula, Les Contes d'Hoffmann sprechen dafür.'' schreibt Andre Sokolowski am 31. Mai 2019 auf KULTURA-EXTRA
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