Kritik zuDon Quichotte
3.3/5
Bewertungen: 8
Rezensionen: 3
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ich war für diese Produktion eingenommen
  · 31.05.19
''Der Italiener Alex Esposito ist a priori nicht wirklich gut besetzt. Zu kernig, zu körnig, zu wenig nasal klingt sein Bassbariton. Was ähnlich auch für Seth Carico als Sancho Pansa gilt. Allerdings sind beide Sänger, besonders Esposito, in so superb guter Verfassung, dass sie es unmittelbar ‚rausreißen’. Clémentine Margaine, obwohl echte Französin, orgelt zu sehr. Der Chor singt schlechter Französisch denn je – und ist leider überhaupt unter Jeremy Bines nicht mehr so gut wie noch vor einigen Jahren.

Das Orchester der Deutschen Oper, an Französisches gut gewöhnt, kriegt die „feinste Himbeer-Soße“, als welche Massenet von Brahms verspottet werde, gut flüssig. Allerdings rührt Emmanuel Villaume zu viel dicksämigen Sirup mit drunter. Abzüge bei der Gießbarkeit! Dass ein ganzer Abend Himbeer-Soße ein bisschen viel ist, kennt man von allen Massenet-Opern. Ich liebe und verehre diesen Komponisten dennoch, gerade für das talmihaft Leichte und Vorgetäuschte.

Die Aufführung, in summa, trifft die Gemengelage eigentlich nicht schlecht; hat nur leider bis zur Pause ihr Pulver einigermaßen verschossen. Die vielen Fat-Suits und im Boden versinkenden Tische dieses selbst ernannten Zaubertheaters sind ganz lustig; die übliche Spaßtruppe mit Karnevalshütchen weniger. Besonders die Titelpartie ist sehr annehmbar besetzt, da Esposito ein großer Sänger ist. Nur dass 2+ oder 2- für dieses Werk zu wenig ist. Gut ist hier leider nicht gut genug.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
War die Kritik hilfreich?