3.4/5
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kafkas blumfeld bleibt im inneren gefängnis mit dominanter regie
  · 29.05.16
bei kafkas "ein käfig ging einen vogel suchen" in der regie von Andreas Kriegenburg waren die kritiker fast einheitlich angetan. mr. kriegenburg stapelt zimmer, versetzt, angeschrägt, ineinander gerammt. immer das eine. das eines junggesellen, ein schwarzweißes bild von der kindlichen judy garland hängt an der wand und preist nostalgisch den regenbogen. bei herrn blumfeld ist alles leberwurstgrau. die seele, das leben, der mantel. angstbesetzt wispert er sich hier mehrfach besetzt durch seinen organisierten alltag. die schauspieler sprechen halbmaskiert die texte, satz an satz, fast pausenlos. zitieren blumfelds zeilen, kriechen in den "bau". zwei verrückte mädchen tänzeln irr herein und gehen in den schrillen dialog mit dem scheuen blumfeld. die tennisbälle! fangen oder nicht? so bauen sich in fast zwei stunden ohne pause mit gepresster regie kafkas texte auf, wahre wortlawinen, die darsteller agieren monoton synchron. kriechen mit slapstick in diesen blumfeld und so wird sich auch mal gern und erlöst amüsiert über den sonderling. kafkas wortlawinen sind aber besser zu erfassen, wenn man diese im eigenen rhythmus liest. zeile für zeile. im großen bühnenmonolog rauscht es meist nur. das fühlen des sinns bleibt bei diesem tempo auf der strecke. zumal man diesen blumfeld eigentlich eher bedauert in seinem inneren gefängnis. was für mich die ebene der slapstick aushebelt.
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