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Der Applaus des Publikums ist nachvollziehbar
  · 04.02.19
''Am bezauberndsten gelingt der erste Akt. Da bekommt Irina zum Namenstag den berühmten Brummkreisel geschenkt. Wenn er auf dem Tisch seine bunten Runden dreht, legt die Gesellschaft wie auf Kommando den Kopf auf den Tisch, um dem Surren zu lauschen. Ein wunderbar poetisches Bild. Auch die rabiaten Annäherungsversuche des Arztes, vor dessen Liebeserklärungen Irina verzweifelt in den Kleiderschrank flieht, berühren. Nicht sehen – das bedeutet hier, nicht hören müssen.

Doch umso länger der Abend dauert, desto mehr entwickelt sich das Spiel zu konventionellem russischem Theater. Als kehrten die Spieler immer mehr in ihre eigene Welt zurück. Ein ganz neuer Blick auf das Drama, wie ihn die Wiener und Pariser Presse beschreibt, will sich nicht eröffnen. Der stehende Applaus des Publikums ist trotzdem nur allzu nachvollziehbar – der vom Konzept- und Diskurstheater geplagte Berliner atmet auf, wenn er endlich einmal wieder Menschen auf der Bühne sehen darf. Zu Recht.'' schreibt Barbara Behrendt aud kulturradio.de
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