Kritik zuBlack Maria
3.3/5
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Ungeheuer lustiges, erfrischendes Zusammenspiel
  · 01.02.19
''Franz Beil, Astrid Meyerfeldt und Katrin Wichmann, bestens Pollesch-erprobt, treffen hier auf Benjamin Lillie und Jeremy Mockridge aus dem DT-Ensemble. Vor allem Lillie ist mit seiner oberlehrerhaften Ironie und schlaksigen Gestikulation ein Performance-Naturtalent. Franz Beil gibt hier den begriffsstutzigen Schönling, Astrid Meyerfeldt den labernden Goldgräber mit großen Kulleraugen, Katrin Wichmann die Saloon-Lady, die ihre Sätze abfeuert wie ein Sturmgewehr. Ein ungeheuer lustiges, erfrischendes Zusammenspiel. Und auch ein deutlich spannender, funkelnderer Abend als die nette, liebevolle kleine Komödie "Cry Baby", bei der Sophie Rois die große Starrolle innehatte.

Hier wird mehr gepumpt, gequasselt, philosopiert, gewettert und brilliert – es geht mal wieder um etwas. Pollesch widerspricht einmal mehr dem großen Trend (im Theater wie im Leben) hin zum Authentischen. Ein Abend gegen das Repräsentationstheater. Frei ist, wer viele Rollen annehmen kann, wer nicht festgelegt wird. Genauso ist es ein Abend gegen den Realismus und das große Drama. Der kleine Knacks, so Pollesch, kommt dem Leben doch viel näher als die große Tragödie. Als running-gag zieht sich der sogenannte "Anschlussfehler" durch die Inszenierung, etwa, wenn im Film in der ersten Szene die Zigarette kürzer ist als in der zweiten. Eine schöne Metapher – für die Liebe, das Leben und für den sonstigen Murks, der einem täglich begegnet. Nichts als Anschlussfehler.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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