Kritik zuLa Sonnambula
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Mir fehlte Spannung, Schwebung, Leichtigkeit
  · 28.01.19
''Dirigent Diego Fasolis war nach der Orchesterhauptprobe im Clash abgerauscht, was zu einer Ansage vor der Vorstellung führte. Die Deutsche Oper, traditionell bei Gastdirigenten schwächelnd, war aber auch zu mutwillig vorgegangen, als sie einen ausgewiesenen Spezialisten der historischen Aufführungspraxis ihrem Orchester vorsetzte, das mit dieser Richtung noch fast gar nicht in Berührung gekommen war. Kein Wunder, dass das schief ging. Stephan Zilias muss nun die Scherben zusammenfegen. Mir fehlte Spannung, Schwebung, Leichtigkeit. Leider ist die Bellini-Tradition in Berlin längst abgerissen. Von Donizetti lässt sich dies überhaupt nicht unterscheiden, von Verdi und Puccini auch kaum. Wo sind die berühmten "Linien", für die Bellini verehrt wird?! Der Chor singt fast grundsätzlich zu laut, so dass ihm zuzurufen ist: "Ihr seid super, aber Ihr wärt noch viel besser, wenn Ihr mal etwas leiser singen wolltet!"

orzüglich: Alexandra Hutton als Dorfschlampe Lisa. Tenor Jesús León war mir etwas zu torreromäßig. Die russische Sopranistin Venera Gimadieva zeigt ein schönes, züngelndes Material, singt aber in den Koloraturen etwas quaddelig-uneben und ‚verzierungsfaul’. Auch dies ein Tribut an die internationale Sängerszene – ein Grundübel. Es müsste viel luftiger im Raum schwingen. Punktabzug bei der Idiomatik.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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