Kritik zuLa Sonnambula
4.3/5
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Schändung in der Schänke
  · 27.01.19
''Die Opernhandlung so wie sie dann lt. dem Urtext vorliegt schien den beiden Regisseuren doch etwas banal zu sein, weswegen sie sich justament zu einer klitzekleinen heutigenden Zuspitzung entschlossen - und so wird die wegen ihres Schlafwandelns unschuldige Annina während ihres unschuldigen Schlafwandelns (bei dem sie unter das sie deflorierende hochherrschaftliche Genital von Graf Rodolfo wie von selbst gerät) ganz nebenbei zur Frau erweckt; das blutgetränkte Laken führt sie "nach der Tat" als Un-Unschuldige prompt vor, und sowieso trägt sie ihr gleichfalls blutgetränktes Nachthemd bis zum Schluss der Oper hochgeduldig auf - - das war dann ein paar buhenden Premierengästen doch etwas zu viel an inszeniererischer Deutungsfreiheit. 

Ungeachtet dessen funktionierte diese Produktion perfekt - das durchweg Schwachsinnige dieser operigen Sonnambulitesse wurde durch ein reichhaltiges Angebot an Ironie & Spaß mit spielerischer Lust & Laune weggebrochen. 

Sängerisch war es ein Abend großartiger Frauenstimmen: Venera Gimadieva (als Annina), Alexandra Hutton (als Schankwirtin Lisa) und Helene Schneidermann (als Teresa, die Annina-Mutter) überboten sich gegenseitig!!!'' schreibt Andre Sokolowski am 27. Januar 2019 auf KULTURA-EXTRA
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