Kritik zuDer Spieler
2.0/5
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Rasender Stillstand
  · 15.12.18
''Klischees über den Nationalcharakter der Deutschen (kreuzbrav), Franzosen (formvollendet) und Russen (genial, aber versoffen). Dann endlich der Höhepunkt der Inszenierung. Die Erbtante Antonida (hinreißend: Charlotte Schwab) erscheint quicklebendig, kauft Polina und Blanche je einen Fummel, gönnt aber dem General nicht einen Rubel. Klarsichtig und sarkastisch seziert sie die Gesellschaft und ihr Spiel ums Leben, bevor sie sich selbst an den Roulettetisch setzt und ein Vermögen verliert. Wie sie selbst zur Süchtigen wird, wie sie alle Ratschläge Alexejs, vorsichtig zu sein, in den Wind schlägt, erlebt man mit auf einer Videoprojektion, die jedes Zucken der Wimper zeigt. Spannung pur. Großes Kino, pardon: Theater! 

Nach der Pause - die Erbtante ist zurück in Moskau - steht die inzwischen abgetakelte Dreh-Bühne vor der müde roten Brandmauer still. Ein wenig Ruhe für rare Momente von ein bisschen Liebe, bevor sie sich hin und wieder erneut bewegt. In die andere Richtung. Alexej, der glaubt, er könne gewinnen, wenn er nur für sich selbst spiele, verliert wie alle anderen – sein Geld und sich selbst. Auch dieser Teil dauert trotz schöner Momente einfach zu lange. 

Zurück bleibt ein ermüdetes Publikum. Viel Beifall für die Darsteller, deutliche Buhs für Regisseur Andreas Kriegenburg.'' schreibt Petra Herrmann am 15. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
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