3.1/5
Bewertungen: 7
Rezensionen: 2
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Wenig Leidenschaft, viel Dekoration
  · 26.11.18
''Die Inszenierung, von geradezu rührender Verständnislosigkeit gegenüber barockem Gestus und der Gefühlswelt des 18. Jahrhunderts, bringt diese gewaltige Kluft zwischen unserer Zeit und der des Werks eindrucksvoll zum Ausdruck. Das muss man nicht schätzen, aber es ist eine legitime Annäherung.

Aletta Collins und der prominente Lichtkünstler Olafur Eliasson haben sich dem Komponisten nicht angekumpelt, sondern einfach ihre Distanz zu dieser verschrobenen Märchenwelt visualisiert. Es ist trotz viel Licht- und Tanz-Choreografie eine beklemmend stille Inszenierung, die die Düsternis des Geschehens unterstreicht. Das Ganze etwas verrätselt – Star-Treck-Kostüme in einer Star-Wars-Welt. Aber gerade diese Rätselhaftigkeit, kombiniert mit der kühlen genialen Musik Rameaus, hat ihren eigenen Reiz.

Es ist beruhigend, dass in einer Oper, die dem Ballett so großen Raum widmet, nun auch wirklich wieder getanzt wird. Wie oft fehlen in Berlin die Ballette in französischen Opern oder werden drastisch gekürzt! Die homogene Integration des Balletts ins Geschehen ist unbestritten das große Verdienst von Aletta Collins, die vom Tanz kommt und hier zu ihren Wurzeln zurückfindet.'' schreibt Matthias Käther auf kulturradio.de
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