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Ein Augenschmaus
  · 07.11.18
Weihnachten naht und damit auch die Märchenzeit. Das russische Ballettfestival präsentiert passend dazu verschiedene Klassiker, das Ensemble tourt bis nach Weihnachten durch ganz Deutschland. Am 23. November kommt es mit Schwanensee nach Potsdam, am 25. wieder nach Berlin, zurück in den Admiralspalast, wo es am 5. und 6. November mit Schwanensee und Dornröschen schon ihr Hauptstadt-Debüt gegeben hat. Choreografiert von Marius Petipa und Lev Ivanov lassen die Inszenierungen zu den bekannten Melodien Tschaikowskys die Herzen von Liebhabern klassischen Balletts höher schlagen, die Regie und Leitung obliegt Evgeniya Bespalova, selbst berühmte Tänzerin. 
Die Balletttruppe präsentiert mit ihrer zeitlosen Interpretation der Stoffe einen großen Aspekt russischer Kultur. Unterstützt von aufwändigen handgefertigten Kostümen mit üppigen Details und realistischen Bühnenbildern aus berühmten St. Petersburger Ateliers, in denen auch schon Kulissen für das Bolschoi Theater, die Pariser Oper oder die Mailänder Scala produziert wurden, zeigen die Tänzer ihren Spitzentanz mit virtuosen Pirouetten, federleichten Hebungen, viel Anmut und tänzerischer Ausdruckskraft. Jede Bewegung scheint mit den intensiven und emotionalen Melodien Tschaikowskys verschmolzen, ja, geradezu eins zu sein. Für diese Fähigkeit ist er aber auch bekannt, Tschaikowsky ist Meister darin, Gefühle durch die musikalische Sprache auszudrücken und zu erzeugen. 
Es ergeben sich schöne Szenenbilder, damit ist im Schwanensee, der Erzählung von Liebe, Verrat und Triumph des Guten über das Böse, nicht nur der Tanz der kleinen Schwäne gemeint. Die Gruppenchoreografien stehen aber immer wieder in schönem Gegensatz zu Solodarbietungen. Natürlich gibt auch der Inhalt spannende Umsetzungen vor, wenn zum Beispiel die Reinheit der Figur des Weißen Schwans die Intrige des Schwarzen Schwans dramatisch konterkariert. 
Mit Dornröschen zieht eine verzauberte Welt der Schlösser und Wälder, der Flüche und Feen auf die Bühne; nur der Kuss einer aufrichtigen Liebe wird den Bann rückgängig machen, ein Höhepunkt der Romantik. Hier ist insbesondere die Interpretation der Hauptfigur der Prinzessin Aurora gefordert. Zum Teil sind die Figuren mit einer kleinen Portion Humor inszeniert, was die Inszenierung an einigen Stellen charmant macht. 
Die Tänzerinnen und Tänzer, die den renommiertesten Tanzschulen des Landes in Moskau, St. Petersburg, Nowosibirsk und Perm entstammen und in internationalen Wettbewerben erste Preise erringen konnten, bewegen sich mit großer Leichtigkeit, die große körperliche Arbeit, die hinter dieser Leistung steckt, ist ihnen nicht anzusehen. 
Die Inszenierungen hätten sich ein live spielendes Orchester verdient, leider kommt die Musik nur aus Lautsprechern. Das ist aber auch schon der einzige Wermutstropfen, beide Ballettabende werden vom Publikum mit viel Applaus beantwortet.
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