Kritik zuEl Cimarrón
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El Cimarrón von Henze
  · 10.10.18
''Der Bassbariton Robert Koller spricht, singt, zetert und tanzt. Tiefe Wörter werden zu hohen Tönen, und mit Händen und Gesten erklärt er die unterschiedlichsten Zustände. Am Tisch sitzt er nur kurze Zeit, dann springt er auf ihn, erhebt seine Hände in Priestermanier - will er beten? Nein, er prangert die Kirche an. In der Zeit hin- und herspringend wirft er sich stolz eine rasselnde Eisenkette um den Hals und dann diese in eine Ecke, erschlägt einen Aufseher mit einem Stein, schimpft zu einer Habanera auf die Kolonialmacht, rennt durch die Musikinstrumenten-Stadt - verfolgt von Christina Schorn und Ivan Mancinelli, während der Flötist auf der Maultrommel dazu spielt. Am Ende bleibt Montejo wieder nur das Plantagenfeld, weil die Freiheit eine falsche war und er trotz technischer Errungenschaften wieder bei großer Hitze Zuckerrohr schneiden muss, um überleben zu können. Koller leistet Großartiges zwischen anklagenden, groben und minimalen Gebärden und stolzer, expressiver Mimik. 

Christina Schorn spielt, hämmert, schreit, knurrt und streicht. Henze hat zwar klare Vorgaben über die Höhe von Tönen und Klängen gemacht, aber die Interpretation, die Lautstärke oder den Rhythmus der Improvisation der Solisten überlassen. Dazu stehen die Musiker permanent mit Blicken und Gesten in Kontakt. Filigrane Passagen und zauberhafte Duette gehen über zu Flöten- oder Gitarrensoli, minimalistische Passagen werden zu kubanischen Rumba-Rhythmen oder zu einer Habanera. Jedes Bild bekommt ein Instrument zugeordnet. Ganz unglaublich, dass nur drei Musiker all dies bewerkstelligen können.'' schreibt Christa Blenk am 9. Oktober 2018 auf KULTURA-EXTRA
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