Kritik zuWozzeck
2.9/5
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Plastisch und schwunghaft
  · 08.10.18
''Ich verhehle nicht, dass ich den Abend für das bislang wohl beste Dirigat von Donald Runnicles halte. Wie gewohnt, tuscht er mit buschigem, breitem Strich, behält aber merkwürdigerweise Klarheit und Durchsichtigkeit im Blick. So klingt das Werk luftig, dabei plastisch und schwunghaft, da es stets energetisch vorwärts drängt.

Es liegt nicht zuletzt an dieser strukturstiftenden Transparenzleistung des Orchesters, dass "Wozzeck" hier, akustisch weit aufgefächert, eine solche Farbigkeit erhält. Das Haus passt offenbar exzellent zum Werk. Nicht zufällig ging von hier der Repertoire-Siegeszug des "Wozzeck" mit aus (obwohl die Uraufführung 1925 an der Berliner Staatsoper stattfand). Karl Böhms wichtige Dirigate Bergs fanden 1964 an der Deutschen Oper statt; und auch Claudio Abbados legendäres Wiener Gastspiel in den 80er Jahren ereignete sich gerade hier, an der Deutschen Oper.

Wer das Werk hören will – es handelt immerhin um das wirkungsvollste Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts –, erhält eine überraschend nützliche Gelegenheit.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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