Kritik zuMacbeth
3.9/5
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Sehr gut!
  · 18.06.18
''Grandios an Anna Netrebko: dass sie die Lady, die sonst meistens grell und hysterisch überfordert klingt, als coole Business-Frau sogar mit Jugend ausstattet. Sie hat immer noch eine lyrische Stimme, ist aber trotzdem nicht ein bisschen überfordert – außer bei einigen sehr tiefen Tönen, die an die Unterwasserhupe aus "Flipper" erinnern. Um auch hier im Kontext zu urteilen: Die Lady ist beste Rolle seit der fulminanten Leonora (im "Trovatore"). Weit temperamentvoller als ihre Salzburger "Aida". Wir haben Glück gehabt mit der Netrebko in Berlin.

Aschfahl und umso liebebedürftiger winkt Daniel Barenboim schon aus dem Graben heraus mehrfach ins Publikum. Er wird alt, kein Zweifel. "Macbeth" indes dirigiert Barenboim mit perlmutthaft gepanzertem Klang, rhythmischem Biss und souveränem Strukturdurchblick. Ohne jedes Rumtata, dafür frisch aus dem Stahlbad, was dem Stück ungemein gut steht. Selbst wenn wir von dem inzwischen ein wenig substanzärmeren Kwangchul Youn (Banquo) und dem statiösen, wehrhaften Fabio Sartori (Macduff) einmal absehen, spricht das sehr gute Endergebnis von 3:1 zweifellos für den Abend.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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