3.5/5 Insgesamt 8 Bewertungen (3 mit Rezension)
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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Amüsante Neufassung des Festspiel-Klassikers
  · 12.06.18
Das Auftragswerk oszilliert zwischen zwei sehr verschiedenen Stilen: Die betont artifiziell komponierten Verse imitieren Hofmannsthals Mysterienspiel und ironisieren die weihevolle Atmosphäre des Originals. Uraufführungsregisseur Stefan Bachmann verstärkt diesen Effekt dadurch, dass er einige Textstellen als Oratorium singen lässt. Den Gegenpol bilden die Passagen, die in zeitgenössischer Alltagssprache verfasst sind und die Welt der Hauptfigur mit modernen Begriffen beschreiben. Der „Jedermann 2.0“ ist Börsenspekulant, es wimmelt im Text dementsprechend nur so von Krediten und Zinsen. Markus Hering spielt ihn aalglatt, jovial, aber ebenso todgeweiht wie in Hofmannsthals Vorlage. 

Der starke Text ist erst die halbe Miete für das Gelingen des Theaterabends. Dass die Uraufführung sehenswert ist, ist auch dem eindrucksvollen Bühnenbild und der überzeugenden Ensemble-Leistung zu verdanken. Olaf Altmann baute eine bei Bedarf kreisende Röhre, in der „jedermann“ zunächst wie in einer Schaltzentrale thront und auf die weniger Erfolgreichen herabschaut, später aber dann wie im Hamsterrad krabbelt und schließlich im schwarzen Nichts des Todes verschwindet.

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