Kritik zuWUT
3.0/5
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  · 23.05.18
''Das Drama wendete sich bald von Sicherheitskräften, die auf eine Rattenjagd gingen, ab, und wieder den Juden zu. Nun wurde ausgerufen: „Wir brauchen Wutmaterial. Wir brauchen einen Juden.“ Prompt verkörperte Philipp Basener effektvoll dahinbrabbelnd Woody Allen - jener interessierte sich jedoch vor allem für die 72 im Jenseits versprochenen Jungfrauen des Korans, auf die das Drama bald zu sprechen kam. Gleichwohl, welch Enttäuschung, „Mo“ scheint samt Jungfrauen verhindert. Nur Buddha und Jesus Christus mit dem Kreuze luden zur paradiesischen Liebesorgie, bei der Grenzen „ohne Sorge entsorgt“ und auch von Gottesbildern nicht eingehalten wurden. Glaubensfragen schienen vergessen. Einstimmig rief man: „Poppen, Ficken, Reinkarnieren“. 

Im bunten Treiben verkörperten einzelne Darsteller immer wieder die außenstehende Beobachterfigur der Schriftstellerin. So wurde der Handlung eine gewisse Struktur gegeben. In den der Autorin zugeordneten Passagen ging es meist darum, was Kunst heute noch bewirken kann. Bedeutet Wut strukturell patriarchalisch angewandte Kunst? Die Darsteller persiflierten ein bisschen die Autorin, wenn diese die Unterschiede ihrer Weitsichtigkeits- und Bildschirmbrillen betont. In einem sogenannten "heiteren Zwischenspiel" verkörperte Johanna Falckner die kleine Elfie, die erst ihre zerstrittenen Eltern beobachtet, um später eine unabhängige eigene Position zu bestreiten. Gegen Ende hinterließ einen die Vorführung bewusst ohne eindeutige Botschaft, wenn wieder die Stimme der Autorin sinngemäß nachlegt: „Welche Wirrnis statt Wahrheit. Wozu haben sie sich bemüht, mir die ganze Zeit zu folgen? Die Menschen tun mir sowas von Leid. Da weiß ich auch nicht mehr.“ schreibt Ansgar Skoda am 22. Mai 2018 auf KULTURA-EXTRA
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