2.2/5
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Kraft- und Krampfanstrengung
  · 30.04.18
''Annette Dasch legt die Rosalinde als eine Berliner Madame und Salon-Fregatte an, die sehr witzig in den Dialogen rüberkommt. Dafür versteht man, wenn sie den Csardas singt, kaum ein einziges Wort. Ihr Anbeter Alfred (Enea Scala) klingt nach Knödeltenor, den man an der Gurgel packt. Freiwillig witzig? Sehr engagiert Thomas Blondelle als Eisenstein, tatsächlich witzig der Gefängnisdirektor des wunderbaren Markus Brück. Der Sprachcoach – zum Beispiel bei der puertoricanischen Adele namens Meechot Marrero (die gar nicht übel ist!) – hat vorzügliche Arbeit geleistet. Pointen kann man so aber nicht zünden. Der Abend ist gut genug gearbeitet, auf dass zu jeder Sekunde irgendeine Geste einstudiert wurde. Das zeigt den Grad der Kraft- und Krampfanstrengung.

Runnicles, noch einmal, dirigiert nicht eigentlich zu schwer. Nur will er in jedem Augenblick den symphonischen Wert von Johann Strauß hervorkehren. Das lässt kleine Bremsfüßchen und Bräsigkeit aufkommen. Der Dirigent bringt das Werk höchstens auf Betriebsfest-Temperatur. Nicht sein Stück.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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