4.3/5
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Auf höchster Flamme
  · 19.03.18
''Marc Albrecht als Dirigent ist hochbesetzt. Ich verstehe wieder nicht, weshalb sich GMD Donald Runnicles aus der Pflicht stiehlt. Korngolds Hauptwerk repräsentiert eine in Butter geschwenkte Spätromantik. Welche auf höchster Flamme heizt, heizt und wieder heizt.

So gut das Orchester unter Albrecht klingt – und so sehr dieser den Klang von außen zu kühlen sucht –, so sehr versäumt er es, den Kessel auch mal vom Feuer zu nehmen. Das wälzt sich auf höchster Flamme dreistündig vor sich hin. Es quillt und quillt wie das unerschöpfliche Töpfchen in Grimms Märchen. Man freut sich, wenn man rauskommt, dass es so kalt ist.

Die Aufführung ist eine echte Ausgrabung, zumal seit 1928, als das Werk schon mal hier war (unter Leitung von Bruno Walter), sich nie wieder ein so großes Haus dafür interessierte.

Man sollte nie erwarten, dass vergessene Werke pure Meisterwerke sind. Auch diese Ausbrabung kommt dreckig und verklumpt ans Licht – als hypertropher Brocken. Trotzdem allseitige Begeisterung! Weil eben doch irgendwie eine Kraft drinsteckt. Schon jetzt: die Ausgrabung der Saison.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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