4.3/5
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Auferstehung, ohne Ende
  · 19.03.18
''Christof Loy reanimierte dieses obsessive Stück jetzt für die DOB. Der karge Großraum von Johannes Leiacker zeigt einen einheitsbühnenbildnerischen Saal im Rundum-Holzgetäfeltsein und, außer einem breiten Tisch und einem Stuhl, "mit ohne" Möbel. Schwarz (90 Prozent) und Weiß (10 Prozent) sind außerdem die Lieblingsfarben für die etlichen Klamotten, die sich Barbara Drosihn für diesen Mega-Opernschinken ausgedacht hat. 

Das Entdeckungswürdige verdankt das Werk ganz selbstverständlich seiner Korngold'schen Musik, die Dirigent Marc Albrecht hochgenussvoll-üppig und zugleich doch kammermusikalisch-ausgewogen von der Bühne resp. aus dem rauschigen Orchestergraben zu uns Hörende herübertransportiert. Fast pausenlos wird vom gesamten Personal laut-kräftig ausgesungen, ja und insbesondere der ab dem zweiten Akt hinzugevölkte Chor und Extrachor der Deutschen Oper Berlin (Choreinstudierung: Jeremy Bines) steigert sich mehr und mehr in Exzessivitäten; er wird gar zu einem Bollwerk, das sich selbst in regelrechte Rage singt! Der helle Wahnsinn alles das!! 

Sensationell die drei GesangsprotagonistInnen: 

Sara Jakubiak und Josef Wagner (= Heliane und Der Herrscher; also Königin & König) attackieren Brian Jagde (= Der Fremde; also unser Wanderer) - alle drei zum Abknien!!! 

Das Orchester der Deutschen Oper Berlin "zeigt" hochauthentisch, wie so Korngold klingt, so zwischen Frau ohne Schatten und Turandot und doch ganz eindeutig nach Erich Wolfgang Korngold! 

Nicht enden wollender Beifall. 

Irrer Abend.'' schreibt Andre Sokolowski am 19. März 2018 auf KULTURA-EXTRA
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