Kritik zuLe Prophète
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Verschiebebahnhof von Chor- und Personenmassen
  · 27.11.17
''Auch die Inszenierung ist der Höhepunkt dieses Meyerbeer-Zyklus, und gibt trotzudem keinen Grund zum Jubeln. Olivier Py, sonst Leiter des Theaterfestivals von Avignon, hat die Kunst ausgebildet, schiefergrau verschachtelten Bühnenbildnern ertaunlichen Stil-Effekt abzugewinnen. Er hat auch einige gute Ideen, z.B. wenn die Leibeigenen-Verhältnisse, die der Prophet überwinden will, durch kapitalistische Konsum-Werbung illustriert wird, wie sie uns heute umzingelt. Die Vasallen des Jean de Leyde, im Gänsemarsch paradierend, sind eine Art Olsen-Bande der Wiedertäuferei. 

Leider verbinden sich derlei Ideen mit dem Gang der Dinge wenig. Die Inszenierung bliebt ein Verschiebebahnhof von Chor- und Personenmassen. Besonders unangenehm: das Dutzend männlicher Pin-ups sowie ein barbusiger männlicher Engel, der sich partout nicht von der Bühne fernhalten lässt. Auch schwuler Sexismus, meine ich, ist immer noch Sexismus. Bloß: Die anderen Meyerbeer-Inszenierungen taugten noch weniger.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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