Kritik zuRoma Armee
3.7/5
Bewertungen: 11
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Roma Armee von Yael Ronen entert das Gorki Theater zum Saisonauftakt
  · 16.09.17
Nach dem schwungvoll-ironischen Intro mit einer Zarah Leander-Parodie ihres schwedischen Landsmanns Lindy Larsson hat der Abend damit zu kämpfen, seinen Rhythmus zu finden. Die „Roma Armee“ hat zwar energiegeladene Songs, mitreißende Beats und rappend herausgebrüllte Wut über Diskriminierung und Geschichtsklitterung zu bieten. Ein starkes, berührendes Statement ist das Solo der Britin Riah May Knight, die als Kind miterlebte, wie sich in ihrem Dorf ein Mob gegen durchreisende Roma bildete. Vor allem in der ersten Hälfte hängt das Stück aber oft zu sehr durch. Vieles wirkt noch unfertig, wie eine ungefilterte Stoffsammlung auf der Probebühne. Hier hätte Yael Ronen die Dialoge stärker verdichten und das Ausfransen in allgemeine, manchmal recht banale Plaudereien über Mobbing und Missachtung verhindern müssen. (...) 

Neben den zu großen Schwankungen im Rhythmus ist vor allem der zu pathetische Schluss ein Makel des Abends. In allzu getragenen Sonntagsreden wird das hohe Lied auf die Versöhnung gesungen, manche Zwischentöne klingen geradezu kitschig.

Festzuhalten bleibt: „Roma Armee“ ist ein interessanter Abend, der einer ansonsten wenig sicht- und hörbaren Minderheit eine Stimme gibt und somit perfekt zur Programmatik des Gorki Theaters passt. Trotz eindrucksvoller Momente und mitreißender Szenen ist dieser Saisonauftakt aber doch nicht gelungen. Weiterlesen
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