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Bewertung und Kritik zu

DIE NSU-MONOLOGE
Der Kampf der Hinterbliebenen um die Wahrheit
 
Premiere: 3. November 2016 
Heimathafen Neukölln, Berlin

Zum Inhalt: Während im Münchner NSU-Prozess gerade die Plädoyers gegen Zschäpe und Co. halten, erzählen die NSU-Monologe von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU - von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der 1. Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen.
Die NSU-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.

Mit Elisabeth Pleß, Eray Egilmez, Aylin Esener, Michaela Maxi Schulz, 

Musik: Dave Sills & Michael Edwards


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4.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
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Minimalistische Ästhetik, kraftvolle Texte
  · 01.11.17
Dieser Abend im Studio des Heimathafens Neukölln ist von minimalistischer Ästhetik geprägt. Vier Schauspielerinnen und Schauspieler stehen frontal vor dem Publikum und sprechen verdichtete Interview-O-Töne der Angehörigen der NSU-Opfer.
Die „NSU-Monologe“ folgen dem Konzept, das aus anderen Arbeiten der „Bühne für Menschenrechte“ bekannt ist. Im Mittelpunkt steht das gesprochene Wort, das aufrütteln und auf Missstände hinweisen soll. Die Schauspieler übernehmen eine dienende Rolle, sie treten hinter den Familien der NSU-Opfer zurück, deren Erfahrungsberichte sie dem Publikum vortragen. Knapp 100 professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler und Musikerinnen und Musiker haben sich zu dem Netzwerk „Bühne für Menschenrechte“ zusammengeschlossen: so kann ihre Dokumentar-Theater-Stücke in wechselnder Besetzung ohne größeren logistischen Aufwand an verschiedenen Orten aufgeführt werden.
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Opfer auf der Anklagebank
  · 22.10.17
Das Kollektiv Bühne für Menschenrechte verarbeitet dokumentarisch im spartanischen Kammerspiel >>Die NSU Monologe>Die NSU Monologe>Die NSU Monologe ermöglicht die Bühne für Menschenrechte (Léo Jeismann, Wiebke Dreyer, Flo Seuffert, Zoe Branczyk, Serpil Erdik, Thu Hoài Tran) dem Opfern eine Plattform, um den Schmerz den sie auch durch die deutsche Justiz erfahren haben, Ausdruck zu verleihen. Das Kollektiv verwendet dafür ausschließlich Dokumente ohne die Sprache oder den Ausdruck zu verfremden. Es arbeitet wortgetreu. Der gesprochene Text wird in Spannungsmomenten von einem Piano und einem Cello untermalt, was manche Monologe besonders gut hervorbringt und die Realität in ein grausames Licht rückt. Wie beispielsweise, dass die Opfer in einer ihrer schrecklichsten Momente in ihrem Leben von der deutschen Justiz verpönt wurden. Stundenlange Befragungen, Hausdurchsuchungen, unangebrachte Fragen über das Sexleben der Betroffenen und immer wieder der Vorwurf, dass der Ermordete in irgendwelchen Strafdelikte verwickelt gewesen sei, trieben die Opfer in die Isolation und ließen sie zu Unrecht Spott und Missachtung von ihrem Umfeld ernten. Dabei wollten die Betroffenen mehr als der deutsche Staat die Wahrheit über den Mord an ihren Angehörigen herausfinden. Das Sprechen im Gerichtsaal empfinden sie als eine Art von Befreiung, weil sie endlich über ihren strukturell erfahrenen Rassismus berichten können. Auch wenn deutscher Staat und Justiz in jeglicher Form versagt haben und weiterhin Rassismus mit System betreiben, ist es umso schöner zu sehen, dass die Bühne für Menschenrechte allein über gesprochenes Wort und geringen Musikeinsatz ein dramatisches Schauspiel im Abbild der Realität schafft. Und den Opfern über den Mitteln der Theatralik eine Art von Entschädigung bieten kann. Weiterlesen
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3.3
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Kritiken: 1971

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