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Bewertung und Kritik zu

ARIADNE AUF NAXOS
von Richard Strauss
Regie: Hans Neuenfels 
Premiere: 14. Juni 2015 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Kaum eine Oper erzählt mehr über Fragen des (sich) Treubleibens in Kunst und Liebe als »Ariadne auf Naxos«: Sollte man an Liebgewonnenem bedingungslos festhalten, oder aber offen bleiben, um sich Neuem zuwenden?
Die Oper eines jungen Komponisten steht kurz vor der Erstaufführung, als er von einigen kurzfristigen Änderungswünschen seines Auftraggebers, eines reichen Kunstbanausen, erfährt. Seine heroische Oper rund um die aus Liebeskummer selbstmordgefährdete Ariadne und das Stück einer Komödiantentruppe sollen gleichzeitig aufgeführt werden. Die auf Wunsch des Auftraggebers (und gegen den Willen des Komponisten) in die Ariadne-Oper eingefügten Auftritte der leichtlebigen Zerbinetta und ihrer Verehrer führt zu einer »Gegenüberstellung der Frau, die nur einmal liebt, und der, die viele Male sich gibt«, so Richard Strauss’ kongenialer Librettist Hugo von Hofmannsthal. So werden hier in den typisierten Opernfiguren auf teils humorvoll-augenzwinkernde, teils auch ernste Weise zwei Liebes- und Lebensmodelle miteinander konfrontiert. Zugleich aber stellt das Werk auch eine künstlerische Reflektion der Frage nach dem Miteinander von komödiantischen und dramatischen Elementen in der Oper dar und entführt den Zuschauer mitten in das turbulente Geschehen hinter den Kulissen einer fiktiven Opern-Erstaufführung.

Mit Elisabeth Trissenaar, Arttu Kataja, Katharina Kammerloher, Anna Samuil, Roberto Saccà, Elena Sancho-Pereg, Gyula Orendt, Linard Vrielink, Grigory Shkarupa, Miloš Bulajić, Evelin Novak, Natalia Skrycka, Sónia Grané, Sergiu Saplacan, Adam Kutny, David Oštrek, Manuel Günther, Christopher Schleiff

Musikalische Leitung: Eun Sun Kim
Inszenierung: Hans Neuenfels
Bühnenbild: Katrin Lea Tag
Kostüme: Andrea Schmidt-futterer
Licht: Stefan Bolliger
Dramaturgie: Yvonne Gebauer

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „Ariadne auf Naxos“ - Staatsoper Unter den Linden


Die Welt

★★★★☆

FAZ
★★★★★


Süddeutsche Zeitung
★★★★★
 

Berliner Zeitung
★★★★☆

Zitty
★★★★★

tip
★★★★★

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Ariadne auf Naxos
  · 11.10.20
Im Haus eines reichen Mannes
Alles beginnt im Haus eines reichen Mannes. Wir sehen nicht die mondäne Abendgesellschaft, die besagter Mann gerade abhält, sondern wir sind hinter den Kulissen, beim Gesinde quasi. Der alternde Musiklehrer (Arttu Kataja) schlägt entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen! Der Haushofmeister (Elisabeth Trissenaar) hat ihn gerade darüber informiert, dass die tragische Oper „Ariadne auf Naxos“, die einer seiner Schüler exklusiv für diesen Abend komponiert hat, nun nicht mehr die einzige Vergnügung des Abends ist. Stattdessen wünscht der Hausherr noch etwas Seichtes zur Auflockerung und hat eine Tanzgruppe angeheuert! Frevel! Der Musiklehrer ist bestürzt. Was wird sein armer Schüler nur denken, er wird in seiner zarten Künstlerseele angegriffen sein.
Lieber ins Feuer!
Und Recht hat er. Der Komponist (Marina Prudenskaya) droht prompt mit Selbstmord. Lieber ins Feuer mit seinen Noten als seine Oper derart verhunzt zu sehen. Mit einem schnöden Tanzstück, auch noch einem frivolen Tanzstück, möchte er seine tragische Ariadne nicht am gleichen Abend vorführen, niemals! Der Musiklehrer, etwas weniger dramatisch, erinnert sanft an das Geld, das der Komponist bekommen wird. Aber es kommt noch schlimmer! Der Haushofmeister verkündet, dass der Herr des Hauses nun entschieden hat, die beiden Stücke mögen gleichzeitig gezeigt werden. Das dürfte bei der großzügigen Gage, die sowohl Komponist als auch Tanzmeister bekommen, ja wohl kein Problem darstellen, mokiert der hochnäsige Haushofmeister.
Zerbinetta und ihre vier Verehrer
Ehe sich der junge Komponist wegen des reichen Kunstbanausen noch weiter ereifern kann, betritt nun die schöne Zerbinetta (Serena Sáenz) die Bühne, die mit ihren vier glühenden Verehrern das freche Tanzspektakel des Abends darstellen wird. Ihre Schönheit macht den Komponisten prompt empfänglicher für Änderungen an seiner Oper. Die Darsteller von Ariadne (Anna Samuil) und ihrem Bacchus (Andreas Schager), gediegene Künstler, sind allerdings ebenfalls alles andere als begeistert von, die Bühne nun mit solch liderlichem Volk teilen zu müssen.
Die Oper selbst, von Komponist und Tanzmeister (Florian Hoffmann) in Minuten zusammengeschrieben, ist dann aber doch noch ein Erfolg, vor allem, weil die Geschichte der so verzweifelt verliebten Ariadne und der leichtherzigen Zerbinetta, die viele Männer liebt, überraschend gut harmonieren!
Witzig und kurzweilig
Eine sehr schöne, stellenweise wirklich witzige Oper, der man ihr Alter (Erste Fassung 1912) gar nicht anmerkt, in ihrer cleanen Form, in der sie in der Staatsoper unter den Linden auf die Bühne gebracht wird. Die Bühne ist spartanisch, die Damen tragen einfache Kleider, (natürlich) schwarz für Ariadne und leidenschaftliches Rot für Zerbinetta. Sehr kurzweilig, mit wunderschöner Musik und mit einem grandiosen Bacchus (Andreas Schager) und einem wunderbar verzweifelten Komponisten (Marina Prudenskaya).
Musikalische Leitung: Thomas Guggeis, Inszenierung: Hans Neuenfels, Bühnenbild: Katrin Lea Tag, Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer.
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